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Tastaturen für unterwegs: Laser gegen Falttaste PDF Drucken
Geschrieben von Alexander Merz   
29.01.2006
PDAs sind ganz schön praktisch: Überall Zugriff auf Daten, Kontakte und Termine. Schwachpunkt? Ach ja, die Texteingabe - denn nirgendwo schreibt es sich schneller als auf der Tastatur des Desktop-PCs. Warum also nicht einfach die Tastatur mitnehmen?

In unserem Test stellen wir eine herkömmliche Bluetooth-Tastatur zum mobilen Tippen dem neuen Lasertastaturkonzept (ebenfalls via Bluetooth) gegenüber.

Das "Smart Keyboard"
Das Konzept der Falttastatur besteht schon seit einiger Zeit: In wenigen Handgriffen ausgeklappt, fixiert und eingeschaltet misst die Tastatur etwa ein Drittel der normalen Desktoptastatur. Besonderen Komfort bietet der integrierte Ständer, der den PDA in einer angenehmen Leseposition sowohl waage-, als auch senkrecht aufstellt.
Zwei Batterien des Typs AAA benötigt die Tastatur zur Stromversorgung. Gerätetreiber auf CD-ROM unterstützen die Betriebssysteme PalmOS (ab 3.5), PocketPC (ab 2000) und Symbian Serie 60 und UIQ 2.x. Im Lieferumfang enthalten ist auch eine Lederhülle für den geschützten Transport.
Die Treibersoftware lässt sich auf unseren Testgeräten (Dell Axim X30 (PPC) und Tungsten T5 (PalmOS) problemlos installieren und die Verbindung zwischen PDA und Tastatur funktioniert problemlos und auf Knopfdruck.
Das Hartschalengehäuse und der Ständer machen einen stabilen Eindruck, die Kunststofftastatur selbst ist jedoch etwas wackelig eingebettet. Die Tasten (und deren Zwischenräume) sind etwas schmaler als die einer normalen Tastatur und verhalten sich ähnlich wie die von Laptoptastaturen: Angenehm federnd, jedoch mit nur wenig Drucktiefe. Neben den Buchstabentasten befinden sich darüber die Nummern und Satzzeichen. Auch die [Alt Gr] Tasten wurden in orange aufgedruckt.
Das deutsche QWERTZ-Layout bringt natürlich Sonderzeichen und Umlaute unter - sogar für die Pfeiltasten ist Platz. Vier blau aufgedruckte Funktionstasten für Nachrichten, Kontakte, Aufgaben und Taschenrechner ergänzen die Bedienungsmöglichkeiten - softwareseitig lassen sich darüber hinaus zehn individuelle Shortcuts zum schnelleren Programmstart einstellen.
Durch die schlechte Fixierung im aufgeklappten Zustand hat die Tastatur Spielraum zum Untergrund. Dadurch wackelt die Tastatur ständig und macht keinen hochwertigen Gesamteindruck. Der Kaufpreis von 129 Euro (über Zubehörhändler Hama) lässt eine bessere Verarbeitungsqualität erwarten.
Die Tastatur ist bei Hama ebenfalls in einer Infrarot-Variante für 60 Euro erhältlich.

Das "Bluetooth Virtual Keyboard"
So hoch wie ein Feuerzeug und etwa zweimal so breit ist ein innovatives Tastaturkonzept der Firma I-TECH. Hierbei handelt es sich nicht etwa um eine 5-fach gefaltete Tastatur, sondern um eine virtuelle Variante: Die Tastatur wird anhand einer Laser-Diode auf flache Oberflächen projiziert und das in Größe einer vollwertigen Tastatur.
Die Projektion dient nur zur Bedienung durch den Nutzer, denn die eigentliche Erkennung des Tippens funktioniert dank einer Infrarotebene, die unsichtbar wenige Millimeter über der Projektion schwebt. Durch Berühren einer Tastenposition wird Licht von dieser Fläche reflektiert und von einem CMOS-Sensor im Gerät erkannt, er die Position ortet und einem Buchstaben zuordnet. Das ganze Funktioniert auch bei parallelen Eingaben, jedoch in jedem Fall nur auf ebenen Oberflächen. Zur akustischen Unterstützung löst die virtuelle Tastatur ein Klickgeräusch bei jeder erkannten Eingabe aus.
Die Treiber auf CD unterstützen PocketPC (ab 2002), PalmOS (ab 4.x), Symbian (S60 und UIQ) und Windows (ab 2000). Die Verbindung beider Geräte erfolgt nicht gerade komfortabel: Erst müssen die Geräte über Bluetooth mit Kennwort gekoppelt werden und dann noch softwareseitig in Betrieb genommen werden. Mit dem Tungsten T5 stellte die Nutzung kein Problem dar, beim Axim X30 riss die Verbindung jedoch nach ca. fünf Minuten ab und der Verbindungsprozess musste von Vorne durchgeführt werden. Somit war die Tastatur mit dem Axim unbrauchbar.
Versorgt wird die Tastatur mit eingebautem Li-Ionen-Akku, der im Dauerbetrieb gut 2 Stunden durchhielt. Im Lieferumfang enthalten sind eine Ledertasche zum Transport sowie das Netzteil zum Laden.
Die Laserprojektion lässt sich in drei Helligkeitsstufen dimmen, sie entspricht dem englischen QWERTY-Layout, also sind die Umlaute nicht dabei und die Sonderzeichen ungewohnt anders angeordnet. Pfeiltasten sind auch vorhanden, jedoch wurde keine [Alt Gr] Taste integriert. Die Ladestandsanzeige für den Akku kann nur anhand der Software eingesehen werden, wenn beide Geräte miteinander verbunden sind.
Die innovative Technik kostet 199 Euro und ist ebenfalls bei Hama erhältlich.

Die Tastaturen im Einsatz
Die Lasertastatur macht durch die Full-Size-Maße schon beim ersten Benutzen einen vertrauten Eindruck. Sie verlangt dem Benutzer jedoch sehr viel Disziplin ab: Das Ablegen der Finger auf der Oberfläche wird alsbald mit Fehleingaben quittiert, echtes 10-Finger-Schreiben ist nicht möglich, dazu sind die Erkennungsmechanismen einfach zu sensibel. Das Zweifinger-Schreiben mit spitzen Fingern macht auch nur eine begrenzte Zeit Spaß, zu schnell nimmt die Benutzung verkrampfende Ausmaße an. Das englische Tastaturlayout ist einfach nur lästig, da man in der deutschen Sprache nicht um Umlaute herumkommt - Satzzeichensuche mit inbegriffen. Positiv ist jedoch klar die geringe Größe des Gerätes, worauf es ja besonders im mobilen Einsatz ankommt. Praktisch, dass die Tastatur auf jeder ebenen Oberfläche funktioniert.

Das Smart Keyboard kann die Vorteile einer "reellen Tastatur" der virtuellen Alternative gegenüber aber auch nicht richtig ausnutzen: Zehn-Finger-Tippen macht aufgrund der geringen Tastengröße keine Freude, zu oft tippt man daneben. Echt praktisch sind das deutsche Layout sowie die vielen Sondertasten, die mit Tastenkombinationen zusätzlich abgerufen werden können. Schwerwiegender ist jedoch das Problem, dass die Tastatur viel zu träge oder gar falsch reagiert. Besonders deutlich wird dies bei der Shift- und Leertaste - eine Tastenkombination wird meist erst beim zweiten oder dritten Anlauf erkannt. Auch kommt es vor, dass plötzlich zehnmal hintereinander derselbe Buchstabe ausgegeben wird. Diese Faktoren erschweren die Arbeit unnötig - nach kurzer Zeit ist der Benutzer ebenfalls verspannt und genervt.

Fazit
Beide Desktop-Tastatur-Alternativen sind nicht Perfekt. Das Smart Keyboard ist sehr einfach verbunden, das Texteingeben scheitert jedoch auf Grund der trägen Übertragung oder schon der Erkennung. Pluspunkt ist das Layout: Deutsch (QWERTZ) und viele Sonderzeichen sorgen für Extra-Komfort. Der fehlende Akku aber gerade die dürftige Verarbeitungsqualität bringen das Preis-Leistungs-Verhältnis aus dem Gleichgewicht.

Technikspielzeug oder Innovation? Auch beim Bluetooth Virtual Keyboard kann man sich nicht sicher sein. Die schlechten oder überhaupt nicht aufzubauenden Bluetooth-Verbindungen rauben jeglichen "Spielspaß", hinzu kommt das englische QWERTY-Layout und hohe Sensibilität. Aber die Technik dahinter ist äußerst bemerkenswert.

Für beide Tastaturen gilt also: Äußerst gewöhnungsbedürftige Handhabung mit vielen Hindernissen machen weder die eine, noch die andere Tastatur zu einer lohnenden Investition, schneller als mit dem Stift auf dem PDA-Touchscreen schreibt es sich mit den beiden Lösungen aber allemal.

Direktlinks auf der Hama-Webseite
Bluetooth Virtual Keyboard
Smart-Keyboard Bluetooth
Smart-Keyboard Infrarot

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Letzte Aktualisierung ( 30.01.2006 )

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