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„Dreamfall – The Longest Journey“ bildet den Nachfolger des preisgekrönten „The Longest Journey”, einem Adventure aus der finnischen Spieleschmiede „FunCom“. Ob der Nachfolger mit dem grandiosen Adventure-Hit aus dem Jahre 1999 mithalten, oder ihn vielleicht sogar noch übertreffen kann, zeigt unser Test.
Story Das Spiel ist zu Beginn in einem futuristischen Casablanca des Jahres 2219 angesiedelt. In der Rolle von Zoё Castillo, einem verwöhnten Mädchen ohne jegliches Pflichtbewusstsein, beginnt die „längste Reise“, als ihr Ex-Freund, ein Aufdeckungsjournalist, spurlos verschwindet. Schnell verstrickt sich Zoё in rätselhafte Angelegenheiten, die sich zur größten Verschwörung der Welt entwickeln sollen. Als wäre all das nicht genug, erhält Zoё andauernd Visionen von einem fremden Ort: Ein schwarzes Haus inmitten einer Eiswüste und ein kleines geisterhaftes Mädchen, welches ihr unverständliche Nachrichten sendet. Sehr mysteriös, aber genau das, was man von einem guten Adventure erwartet: Eine komplexe und gut durchdachte Storyline. Neben der Protagonistin in Casablanca schlüpft der Spieler auch in die Rolle der ehemaligen Hauptperson April Ryan (aus „The Longest Journey“), welche ihr Dasein als Rebellin in einer mittelalterlichen Parallelwelt fristet. Im Laufe des Spiels wird immer klarer, dass das Schicksal von Zoё und April auf seltsame Art miteinander verstrickt sind. All das mündet in eine grandiose Story mit vielen Wendungen und nervenaufreibenden Szenen an den verschiedensten Schauplätzen. Nicht umsonst trägt das Spiel den Beinamen „The Longest Journey“, denn genau das ist es: „Die längste Reise“! Leider fehlen einige Informationen, wenn man den ersten Teil nicht gespielt hat, was einem den Spieleinstieg etwas erschwert. Allerdings ist "Dreamfall" auch ohne Vorkenntnisse gut spielbar, da alle wichtigen Infos nach und nach geliefert werden.Gameplay Das Spiel spielt sich, ähnlich wie die meisten anderen Adventures, mit einer einfachen Kombination aus Tastatur und Maus: Die Richtungstasten werden zum Bewegen, die Maustasten zum Benutzen verwendet. Leider ist die Steuerung sehr gewöhnungsbedürftig, da man das Spiel mit invertierter Maus spielen muss, was sich leider auch über das Options-Menu nicht ändern lässt. Ansonsten ist die Steuerung aber denkbar einfach und sogar die Kämpfe (deren Anzahl man an einer Hand abzählen kann) sind mit einfachen Linke-und-Rechte-Maustaste-Kombinationen zu gewinnen. Gelegentlich gilt es dann auch Rätsel, in Form kleiner Minispiele zu lösen, welche aber, bis auf wenige Ausnahmen, sehr simpel gestaltet sind und nur durch gelegentlichen Zeitdruck an Schwierigkeit gewinnen. Ein Großteil des Spieles besteht zudem aus sehr storylastigen aber leider auch teilweise zu langen Dialogen, welche man aber per Knopfdruck überspringen kann. Sollte man sich Entscheiden, einen Dialog zu überspringen, so fehlen oft wichtige Elemente der Story, weshalb es sich empfiehlt, die teilweise endlos langen Dialoge aufmerksam zu verfolgen. Leider ist die Story sehr geradlienig, was den Wiederspielwert enorm senkt.Trotz alledem ist „Dreamfall – The Longest Journey“ aber ein Spiel, welches einen für Stunden an den Monitor fesseln kann. Man hat das Gefühl, tagelang spielen zu können ohne schlafen zu müssen, denn keineswegs möchte man aufhören, die Story zu verfolgen. Leider ist selbige nach einigen Tagen intensiven Spielens auch schon vorüber und hinterlässt einige offene Fragen, welche hoffentlich in einem weiteren „The Longest-Journey“-Nachfolger geklärt werden. Grafik Zusätzlich zu der durch und durch gelungen Handlung entführt einen das Spiel an entlegene Orte, welche sich von einer geheimnisvollen Stadt in den Baumwipfeln bis hin zu einer futuristischen Konzernstadt im Herzen Japans erstrecken. All diese Orte wurden mit viel Liebe zum Detail und ausgearbeitet und überzeugen optisch auf voller Linie. Auch die vielen Menschen und andere Wesenheiten, welchen man auf seiner Reise begegnet, sind sehr schön bzw. hässlich anzusehen und legen unterschiedliche Mimiken und Bewegungsabläufe an den Tag. Leider ist sehr schnell erkennbar, ob es sich bei einem Passanten auf der Straße um eine wichtige oder um eine unwichtige Person handelt, da die Unwichtigen wirken, als wären sie aus dem Vorgänger übernommen worden, denn weder ihr Model noch ihre Texturen sind zeitgemäß und wirken eher schlecht als recht. Sound Zur großartigen Optik, welche das Spiel mit sich bringt, erwartet den Spieler auch akustisch ein Meisterwerk nach dem anderen. Zu jedem der vielen Orte, wurden eigene Musikstücke komponiert, welche sich unauffällig in das Handlungsgeschehen einfügen. Auch in punkto Synchronstimmen hat man sich hier viel Mühe gegeben. Wirken viele Synchronstimmen in übersetzten Spielen so, als ginge sie all das Geschehen nicht wirklich etwas an, so hat man hier das Gefühl „echten“ Menschen zu lauschen und wahre Gefühle vermittelt zu bekommen. Fazit Selten verstand es ein Spiel, eine solch geniale Handlung in ein spannendes Spielgeschehen zu betten und das Ganze auch noch mit gelungenen Grafik- und Soundeffekten abzurunden. Leider ist das Spiel etwas zu leicht, was dem erfahrenen Adventure-Spieler schon nach wenigen Tagen den Abspann erreichen lässt. Trotzdem ist „Dreamfall – The Longest Journey“ ein durchaus gelungener Nachfolger und macht seinen preisgekrönten Vorgänger zu einem packenden Fantasyepos der Extraklasse. Freunden des fantasievollen Adventures kann nur ein klarer Kauftipp gegeben werden.Pro und Contra + Sehr gute und fesselnde Story + Schöne Grafik + Sehr gute Musikuntermalung + Gelungene Atmosphäre + Flair eines echten Abenteuers - Teilweise hakelige Steuerung durch umgekehrte Maus - Schwerer Einstieg ohne Kenntnisse des Vorgängers - Schwierigkeitsgrad zu leicht Prozentwertung Gameplay: 82% Story: 96% Grafik: 90% Sound: 91% Gesamt: 90% Bilder: dtp, Dreamfall - The Longest Journey Nur registrierte User können Kommentare schreiben. Bitte einloggen oder registrieren. Powered by AkoComment 2.0! |