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Seite 1 von 3 „Lüften Sie eines der größten Geheimnisse unserer Zeit!“ Mit diesen Worten versuchen die Entwickler von Fusionsphere Systems und Animation Arts auf ihr neuestes Werk Geheimakte: Tunguska aufmerksam zu machen. Wird der Spieler wirklich Zeuge eines der größten Geheimnisse der Menschheit oder erwartet ihn nichts weiter als eine überzogene Story?
Wer oder Was ist „Tunguska“? Als Tunguska-Ereignis bezeichnet man eine reale Katastrophe, welche sich am 30. Juli 1908 in Sibirien, genauer gesagt in der Tunguska-Region zugetragen hat. Damals traf ein Feuerball unbekannter Herkunft auf das fast leblose Land und zerstörte ganze Wälder in einem fatalen Flammeninferno. Bis heute weiß niemand so recht, was diese Katastrophe ausgelöst hat bzw. was genau vorgefallen ist. Seit dem ranken sich viele Theorien und Spekulationen um dieses Thema: Angefangen bei unterirdischem Eruptivgestein, über Asteroideneinschläge bis hin zum Absturz eines außerirdischen Fluggeräts. Nächtlicher Besuch Schon die Einstiegssequenz vermittelt Gänsehaut-Feeling: Wladimir Kalenkow, Leiter eines Naturkundemuseums arbeitet noch spät in der Nacht an seinen Forschungen, als sich plötzlich die Tür hinter ihm öffnet. Ein Blick zur Tür verrät nichts, denn dort ist niemand zu sehen. Als Kalenkow in den Gang hinaustritt, sieht er im Fenster das Spiegelbild einer schwarzen Gestalt, welche direkt hinter ihm steht. Wenig später tritt Nina Kalenkow, Wladimirs Tochter und Protagonistin des Spiels, auf den Plan und findet das Büro ihres Vaters durchwühlt vor. Von ihrem Vater selbst fehlt jegliche Spur.Von nun an liegt es am Spieler, die Geschicke der attraktiven Hauptfigur in die Hand zu nehmen und das rätselhafte Verschwinden ihres Vaters aufzudecken. Sofort nach der Sequenz beginnt auch schon die erste Spurensuche. Da es sich bei Geheimakte Tunguska um ein reines Adventure handelt, werden sämtliche Aktionen mit den Mausbuttons ausgeführt. Man steht also im Büro von Ninas Vater und beginnt erst einmal damit, die Polizei zu verständigen. Diese zeigt sich jedoch sehr desinteressiert, sodass Nina die Sache wohl selbst in die Hand nehmen muss. Sie steht jedoch nicht ganz alleine da. Ein junger Kollege ihres Vaters bietet Nina seine Hilfe bei der Suche nach ihrem Vater an. Schnell wird klar, dass Wladimir vor langer Zeit an einer Studie über die Tunguska-Region gearbeitet hat. Ob das wohl etwas mit seinem Verschwinden zu tun hat? Rätsel en masse Über mangelnde Beschäftigung muss sich Nina Kalenkow wohl nicht beschweren: Ständig gilt es Rätsel zu lösen, sich aus schwierigen Situationen zu befreien oder einfach frei zu improvisieren. Leider sind einige der Problemlösungen dermaßen komplex und abwegig, dass es schwer fällt, das Spiel ohne Komplettlösung schaffen zu können. Nicht selten gibt Nina dermaßen fadenscheinige Begründungen, warum sie ein Problem nicht so lösen kann, wie es doch eigentlich zu erwarten gewesen wäre. So muss Nina z.B. einmal ein Telefonat mit anhören, um neue Informationen zu erhalten, doch leider befindet sich ein dickes Glas zwischen dem Sprecher und Nina. Normalerweise würde man sich in solch einer Situation ein Glas oder ähnliches zur Hand nehmen um es als Lauschhilfe zu missbrauchen. Nicht so die junge Kalenkow: Sie hält es für eine bessere Idee, der Katze des Telefonierenden mit ein wenig Klebeband ihr Handy auf den Rücken zu kleben, welches auf „Aufnahme“ geschaltet ist. Anschließend setzt sie der Katze eine versalzene alte Pizza vor, welche wiederum dafür sorgt, dass das Kätzchen durstig wird und ins Haus hineinläuft. So wird das Telefonat aufgezeichnet. Anschließend lockt Nina die Katze auf ähnlich abenteuerliche Weise wieder heraus. Solche und andere „Mac-Gyver-Gedächtnis-Aktionen“ erfordern schon eine gehörige Portion Kreativität, um darauf zu kommen, dass das Rätsel wohl so zu lösen ist. Das Spielgeschehen Auf der Suche nach Ninas Vater entführt das Spiel den Spieler an die verschiedensten Orte. Neben Kuba und Irland steht auch eine Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn auf dem Plan. Sogar an die entlegensten Flecken der Erde wie z.B. den Himalaja oder ins tiefste Sibirien führt der Storyverlauf. Leider endet das Spiel dann nach vielen guten Rätseln und tollen Szenen ziemlich abrupt und lässt einige Fragen offen. Dass Nina ihren Vater wieder sieht ist zwar zu erwarten, aber sehen kann man die Sequenz leider nicht. Auch wer nun die Entführer ihres Vaters waren bleibt bis auf wenige Andeutungen unbeantwortet. Eine etwas längere Abspannsequenz wäre an dieser Stelle wünschenswert gewesen.
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