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Nokia 6280, Sony Ericsson K610i und Samsung SGH-D600 im Test PDF Drucken
Geschrieben von Alexander Merz   
09.12.2006

Welches Handy ist das richtige für mich?
Zugegeben, die Marktvielfalt im Bereich der Mobiltelefone ist enorm. Und enorm ist auch die Halbwertszeit der Technologien, die in einem solchen Gerät stecken.
Wir haben uns für eine klärende „Momentaufnahme“ im Mittelklasse-Segment umgesehen und drei Testkandidaten in einer Preisspanne von 230 bis 260 Euro ausfindig gemacht: Das Nokia 6280, Sony Ericsson K610i und das Samsung SGH-D600 dienen uns als Vorlage.

Zwei der Handys, das 6280 und das K610i verfügen bereits über UMTS, das Nokia Gerät darüber hinaus auch über Push to Talk. Nur das Samsung-Modell muss mit GSM und GPRS vorlieb nehmen.
Aber auch das Samsung- und das Nokia-Modell haben eine Gemeinsamkeit: Beide sind Schiebe- oder Slider-Handys, deren Tastaturen dezent hinter der oberen Gerätehälfte verschwinden können. Nur das K610i zeigt immer was es hat; so ganz ohne Klappe oder Schiebemechanismus muss es aber die Tastenfläche deutlich geringer halten, als die Konkurrenz.
Die Mobiltelefone haben dann natürlich auch noch eine Digitalkamera an Bord. Sie alle liegen im 2-Megapixel-Bereich und haben eine, für Handykameras ja übliche, Schnappschuss-Qualität.
Die beiden UMTS-Modelle verfügen dann natürlich auch noch über eine je Stecknadelkopfgroße Kamera an der Vorderseite der Handys, um dem Anrufer auch die Videotelefonie zu ermöglichen.
Wie man es sich bereits denken kann, gibt es bei jedem der Modelle Vor- und Nachteile, was Inneres und Äußeres anbelangt. Hierfür schauen wir am besten ins Detail.

Nokia 6280
Der Schiebemechanismus des 6280 fühlt sich beim Erstkontakt leicht schwergängig an. Er macht einen zwar keinen labilen, jedoch etwas unkontrollierten Eindruck. Das Zuschieben ist auch nicht viel besser. Im geschlossenen Zustand macht sich dann auch ein für unseren Geschmack zu großer Spielraum zwischen den beiden Gehäusehälften bemerkbar, der bei einem Anruf mit Vibrationsfunktion zu einem vernehmbaren Scheppern führt. Über diese eher mäßige Verarbeitung tröstet aber zum einen die schöne Optik der Rückseite, einer schwarz lackierten Plastikoberfläche, die aus einem Stück besteht und die sich darunter befindlichen Einbauteile Akku und Sim-Karte verdeckt, zum anderen das riesige, QVGA aufgelöste Display hinweg, welches in der Home-Ansicht sehr aufgeräumt wirkt und Platz für Zusatzinformationen, wie z.B. eines im Hintergrund laufenden Songs, bietet.

Was keines der anderen beiden Handys im Test bietet, ist neben dem mittlerweile obligatorisch gewordenem MP3-Player die UKW-Radiofunktion des 6280, welches allerdings nur bei angeschlossenem Stereo-Headset (das Headset fungiert hierbei als Antenne) funktioniert.
Über das Headset hinaus befindet sich eine 64MB-miniSD Speicherkarte im Lieferumfang des Gerätes, dazu kommt noch ein USB-Kabel und zugehörige Software für den Computer und natürlich das Netzteil zum Laden des Handys.
Die 64MB Speicherkarte wird auch dringend benötigt, gibt es im 6280 nur sechs MB integrierten Speicher.
Mit voll geladenem Akku hält das Gerät vier Stunden Telefongespräch und 250 Stunden Standby-Zeit durch – die mit Abstand schlechteste Akkuleistung unter den drei Testkandidaten.

Das Nokia 6280 nimmt über Bluetooth und auch Infrarot, das als Drahtlosschnittstelle weder bei Sony Ericsson noch bei Samsung beachtet wird, Kontakt mit anderen mobilen Endgeräten auf.

Sony Ericsson K610i
Das K610i ist ebenfalls ein UMTS-Gerät, in einem kräftigen dunkelrot gehalten und deutlich kleiner und feiner, verglichen mit dem Nokia-Modell.
Da es „aus einem Stück“ besteht, gilt hier die Devise: Platz sparen. Die Wahltasten sind daher das Hauptmanko am K610i, der Druckpunkt ist leicht schwammig und man fühlt, wie sich die benachbarten Tasten mit herunterdrücken, wenn man eigentlich nur eine einzelne Taste drücken möchte. Zu Fehleingaben kommt es dadurch aber nicht. Deutlich sicherer fühlen sich die Auswahl- und Navigationstasten darüber an. Das silberne Richtungstastenquadrat mit der runden Auswahltaste in der Mitte weist einen beleuchteten Spalt um die Auswahltaste herum auf, der sich allerdings als „Staubfänger“ für Hosentaschenstaub erweisen könnte.
Es fällt ebenfalls auf, dass das K610i auf die sonst üblichen Abheben- und Auflegen-Tasten verzichtet. Ein Gespräch wird mit dem Sony Ericsson also über die normalen Auswahltasten, deren variable Funktion mit dem Tastentext im Display direkt über der Taste dann mit „Anrufen“ und „Auflegen“ beschrieben wird, begonnen oder beendet – Gewöhnungssache.
Sehr intuitiv erweist sich das extrem übersichtliche Betriebssystem des K610i, das mittels Registrierkarten mit der Unübersichtlichkeit aufräumt, der die beiden Konkurrenzhandys gnadenlos ausgeliefert sind.
So ist selbst die Auswahl einer bestimmten Handyeinstellung in den einstigen Untiefen eines Handymenüs beim K610i passé. Das Ganze erinnert den Benutzer spätestens angesichts des „Willkommens-Assistenten“, mit dem beim ersten Start des Handys die Grundeinstellungen festgelegt werden, an ein Windows Mobile-ähnliches System, das gleichzeitig aber erstaunlich schlicht und funktional ausfällt!
Angesichts dieser kleinen Highlights beim Sony Ericsson K610i ist es nahezu unverständlich, warum das Gerätedisplay über eine geringe Auflösung von nur 176x220 Pixeln verfügt. Als Folge dessen wirkt Schrift, aber auch Grafik ein wenig unscharf verschleiert.
Weiteres kleines Manko sind die, beim K610i ebenfalls sehr klein geratenen, Randtasten, mit denen z.B. die Lautstärke oder die Kamera bedient wird.
Das mit 89g leichteste Gerät in unserem Test hat Bluetooth, 16 MB integrierten Speicher und einen Speicherkartenslot, indem ab Werk eine 64 MB Memory Stick Duo Speicherkarte steckt.
Darüber hinaus geizt Sony Ericsson aber enorm an Lieferumfang: Ein USB- und auch ein Ladekabel sind mit dabei, nicht aber ein Stereo-Headset, dass über die Schwächen des eingebauten Lautsprechers hinwegtrösten könnte.
Mit einer Akkukapazität von sieben Stunden im Gespräch und 350 Stunden im Standby reiht sich das K610i klar an die Leistungsspitze unter unseren drei Testhandys.

Samsung SGH-D600
Wie Tag und Nacht stehen sich die Schiebemechanismen unserer beiden Schiebehandys gegenüber. Samsung nimmt hier klar die Tagesposition ein, der Slider ist leichtgängig und robust. Es wackelt rein gar nichts. Lediglich der Spalt zwischen den beiden Gehäuseteilen hätte bei unserem letzten Testgerät etwas kleiner ausfallen können.
Das SGH-D600 wirkt sehr kompakt, ist sehr kurz, dafür allerdings in der Bautiefe deutlich größer als das K610i.
Erwähnenswert ist hier zum einen das kontraststarke und hochauflösende Display, das gleichauf dem Nokia 6280 mit einer QVGA-Auflösung, also 240x320 Pixeln, punkten kann. Weiterhin erwähnenswert sind die Stereo-Lautsprecher im Gerät, die von der Qualität her mit Abstand am besten sind, wo Nokia dumpf und blechern, Sony Ericsson einfach nur höhenlastig und ohne Bass „herumquäkst“.
Eine „echte“ Bassleistung kann man von den Lautsprechern im D600 zwar nicht erwarten, jedoch bieten diese für den eigentlichen Einsatzort eines Mobiltelefons, dem Telefonieren im Freisprech-Modus eine hervorragende Ergänzung.
Will man aber Musik mit dem D600 hören, sind die weiteren Funktionen des Geräts nicht mehr erreichbar. Wo bei Nokia und Sony Ericsson der MP3-Player auf Knopfdruck in den Hintergrund verschwindet und nun parallel etwa eine SMS getippt werden kann, streikt das D600: Sobald der MP3-Player verlassen wird, schweigt sich auch das Handy aus.

Das 103g schwere Gerät mit Bluetooth-Funk an Bord hat den größten internen Speicher unter den drei Geräten, die hier vorhandenen 76 MB können auch noch mit einer Transflash-Speicherkarte aufgestockt werden.
Solche ist allerdings nicht mehr mit dabei im Lieferumfang des SGH-D600 – wohl aber ein USB-Kabel mit Software, ein Stereo-Headset und neben dem Stromkabel auch ein AV-Out-Adapter zum Anschluss des Handys an einen Fernseher – ein Steckenpferd Samsungs.
Mit sieben Stunden Gesprächszeit und einer Standby-Zeit von 300 Stunden reiht sich das Samsung SGH-D600 knapp hinter dem Modell von Sony Ericsson ein.

Unser Fazit
Es zeigt sich: Unsere drei Testkandidaten haben vieles gemeinsam: Sie alle beherrschen die Notwendigkeiten eines Handys, Telefon, SMS, MMS, E-Mail, Kamera, MP3-Player, PC-Synchronisation, die man mittlerweile als Grundfunktionen anerkennen kann.

Die Unterschiede gehen darüber hinaus sehr ins Detail: Für alle, die maximalen Funktionsumfang favorisieren, ist sicher das Nokia 6280 anzuraten. Alle Liebhaber einer klaren Bedienung und ansprechendem Designs greifen da eher zum Sony Ericsson K610i, diejenigen, die hauptsächlich Telefonieren und SMS schreiben, darüber hinaus eine hochwertige Verarbeitung und akzeptablen Lautsprecherklang bevorzugen, machen mit dem SGH-D600 von Samsung ihren Fang.

Produktfotos: Sony Ericsson, Samsung Mobile, Nokia

Ein Gemeinschaftsbericht für Clicker, einer Kundenzeitschrift des IT-Versandhandels e-bug, und COMPzeit.

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Letzte Aktualisierung ( 11.12.2006 )

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