Brian Basco und Gina Timmins machen Urlaub auf Hawaii. Ein Flugzeugtrip zu einer abgelegenen Insel lässt die altbekannten Protagonisten aus dem Adventure "Runaway" jedoch nicht aufatmen, denn das Flugzeug stürtzt ab und mit dem einzigen Fallschirm an Bord wirft Brian seine Freundin aus dem Flieger. Es gelingt aber auch ihm eine glückliche Bruchlandung im Dschungeldickicht. Brian versucht nun verständlicherweise, seine Freundin in "Runaway 2 - the dream of the turtle" wiederzufinden, was sich als problematischer herausstellt, als zuerst vermutet.
Die Suche soll sich für Brian nämlich schon bald als Odysse erweisen und führt den Spieler, der Brian steuert, durch sechs Spielkapitel an verschiedene Handlungsorte, an denen es jede Menge Rätsel zu lösen und Abenteuer zu bestehen gilt. Auch auf alte Bekannte des ersten Spiels trifft man und natürlich auch auf die stilgetreue 2D Comic-Grafik des Vorgängers. So schön das virtuelle Wiedersehen auch seien mag, Runaway 2 besitzt noch immer den ein oder anderen Schnitzer im Spieldesign, sowohl auf Story- als auch auf Grafikebene, der den Spielspaß deutlich eindämmt. Die Adventure-Story Zuerst einmal: Runaway 2 darf wohl zu den "reinrassigen" Adventures gezählt werden. Alles im Spiel setzt auf das dazugehörige Rätseln, eine nicht abreißende Story und alle Zeit der Welt: Nie gerät der Spieler in Situationen, in denen die Zeit gegen ihn läuft und er zu spontanen Aktionen gezwungen wird. Ganz im genretypischen Gegenteil bewegt sich Runaway 2, was allerdings eine herbe Enttäuschung für Action-Fans darstellen sollte - denn mit Action kann das Spiel nicht dienen! Eine dichte Story ist jedoch notwendigerweise vorhanden, deren zu Beginn geschilderte Anfänge schnell zu einem komplexen Storygerüst heranwachsen. An sich heißt dies erst einmal nichts negatives, gegen Spielende hin entsteht jedoch der Eindruck, die Entwickler des Spieles verloren an ihrer Story die Oberhand - gar zu offen ist das Spielende, sehr viele der aufgeworfenen Probleme bleiben ungelöst und machen das Nachkommen eines Spielteiles 3 der Runaway-Serie zum Garanten. Und auch ganz offen bleibt komischerweise die Frage, was all das mit "dem Traum der Schildkröte", die es in dem Untertitel heißt, zu tun hat. Bezüglich der Story sollte überdies nicht verschwiegen werden, dass sie unerwartet Science Fiction-lastig wird - für Realisten sicher nicht ideal. Das Gameplay Vorteilhaft an Runaway 2 ist sicherlich die massentaugliche, da anspruchslose Grafik. Sie kommt ohne technischen Schnickschnack aus und reicht völlig, um der Story gerecht zu werden. Dementsprechend lässig fallen die Systemanforderungen aus (Windows 98 aufwärts, PIII, 128 MB-RAM, DirectX 9 kompatible Grafikkarte),. Was der Story hingegen ganz und gar nicht gerecht wird ist das Dialog-System: Die ohnehin nicht gerade knapp ausfallenden Wortwechsel mit einem Charakter sind im, am unteren Bildschirmrand erscheinenden, Dialogmenü auswählbar. Leider verschwinden bereits angehörte Gesprächsthemen nicht aus diesem Menü, was unnötigerweise Unübersicht schafft und den Spielfluss behindert, sollte der Spieler aus Versehen noch einmal den bereits gehörten Dialog auswählen, so muss er sich das gesagte ein zweites Mal anhören. Noch störender ist aber die, optisch nicht erkennbare, Verschachtelung in diesem Dialogmenü. Ein umfangreicheres Thema ist dann im eigenen Menü auffindbar, was einen Gesamtüberblick über den Dialog nimmt. Manche Rätsel sind mit dem Dialog-System verbunden, sodass z.B. das Kombinieren zweier Gegenstände erst nach einem bestimmten Dialog möglich wird. Das ist nicht nur lästig, sondern reduziert den Spielfluss um ein Weiteres. Ansonsten sind die Rätsel - wenn auch manchmal lange "Trial&Error"-Phasen vergehen, bis die Lösung erreicht ist, gut lösbar und in ihrer Schwierigkeit angemessen. Das Spiel ist so in etwa 15 Stunden durchgespielt. Das Abspeichern ist jederzeit möglich, was sich angenehm auf den Spielkomfort auswirkt. Es sind keine "Game Over"-Momente im Spiel möglich, jederzeit kann abgespeichert werden.Man könnte schon fast zum Fazit über Runaway 2 kommen, wären da nicht noch unvorhersehbare technische Bugs im Spiel, die fast immer einen "Crash" des gesamten Spiels mit sich bringen. Da ist es gut, möglichst regelmäßig abgespeichert zu haben, um nicht den bisherigen Spielfortschritt zu verlieren. Besonders ärgerlich ist aber ein gravierender Bug im letzten Rätsel des Spieles. Ein Drehschloss in Form eines Globus gilt es, ähnlich wie bei einem Safe, in der richtigen Abfolge zu drehen. Ab einer Gewissen Anzahl von Drehungen geht allerdings nichts mehr: Das Spiel stürtzt ab und dies auch nach wiederholten Versuchen. Von diesem Problem berichten auch andere Spieler im offiziellen Forum auf der Runaway 2-Webseite. Das Problem ist also kein Einzelfall und bedarf einer Ausbesserung durch die Entwickler. Letztendlich ist es uns aber dann doch noch (nach vielen Versuchen) gelungen, das Globus-Rätsel abzuschließen und den wenig befriedigenden Abspann zu sehen. Unser Fazit Für wen ist Runaway 2 geeignet? Ganz klar für Fans des klassischen Adventures mit Rätselfreude und geringem Action-Verlangen. Nach Möglichkeit sollte das Vorgängerspiel bereits gespielt worden sein, um mit den wieder auftauchenden Charaktären mehr anfangen zu können - und auch die Anschaffung des 3. Teils sollten Käufer des 2. bereits ins Auge fassen, um dann hoffentlich mit dem Erscheinen von "Runaway 3" zu wissen, wie die Story weiter- oder ausgeht. Über die Designschwächen in Sachen Technik und die recht kurze Spieldauer tröstet der angenehme Verkaufspreis von 39.99 EUR (UVP) hinweg, ein Patch wird die bekannten Probleme sicherlich früher oder später in Angriff nehmen. Bleiben nur noch die nervigen Dialog-System-Schwächen, aber zum Glück gibt es ja auch noch zahlreiche Video-Zwischensequenzen, in denen sich der Spieler von den "Strapazen" erholen kann. Screenshots: Runaway 2, dtp Nur registrierte User können Kommentare schreiben. Bitte einloggen oder registrieren. Powered by AkoComment 2.0! |