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Steve Jobs präsentiert iPhone und Apple TV - Aktienoptionen und Markenstreit sogen für Ärger PDF Drucken
Geschrieben von Alexander Merz   
13.01.2007
Artikelindex
Apple TV und iPhone
Markenstreit, Aktienoptionen
Nicht nur durch eine mitreißende Präsentation am Dienstag im Rahmen der Macworld Expo in San Francisco konnte Apple-Chef Steve Jobs die geballte Aufmerksamkeit auf sich und natürlich auf die Produktneuvorstellungen von "Apple Inc." lenken.
Zum Jahresbeginn wurden dort sowohl die Fernseherweiterung "Apple TV" und Apples erstes Mobiltelefon - mit iPod und Internet - unter dem Namen "iPhone" vorgestellt.
Für eine erhöhte Aufmerksamkeit sorgt aber auch ein sich anbahnender Rechtsstreit um den Markennamen des brandneuen iPhones, welcher seit 2000 im Besitz des Netzwerkunternehmens Cisco ist.
Aber auch eine Ermittlung gegen das Unternehmen um Steve Jobs ist noch nicht vom Tisch, wobei Unregelmäßigkeiten in der Datierung von Aktionoptionen untersucht werden.

Das iPhone soll nach den Vorstellungen Steve Jobs das nächste revolutionäre Produkt in der Firmenhistorie Apples, nach Erscheinen des ersten Macintosh in 1984 und des ersten iPods 2001 sein.

Den Anwesenden der Präsentation in San Francisco stellte er aber zunächst drei Geräte vor: Ein iPod mit Breitbildschirm, ein Mobiltelefon und einen Internet Communicator. Doch bald darauf löste er die Gerätefrage und zeigte ein, alle Funktionen einendes, Gerät mit 3,5 Zoll-Bildschirm, dessen Touchscreen allein mit den Fingern bedient wird und auch mehr als eine Berührung zur gleichen Zeit erkennt. Diese "Multi-Touch" getaufte Technologie ermöglicht das Steuern des Gerätes anhand von Gesten, etwa zum vergrößern oder verkleinern von Bildern. Nur für Texteingaben bedient sich das iPhone einer traditionell anmutenden Bildschirmtastatur.

Drei weitere Technologie-Clous sind drei eingebaute Sensoren, die die Handhabung des iPhones weiter vereinfachen sollen: Der Beschleunigumgsmesser erkennt Drehungen des Gerätes und kippt daraufhin die Bildschirmanzeige des Gerätes im 90°-Winkel, z.B. für das Betrachten von Liederalbenalben oder Photos.

Der Annäherungssensor schaltet die Displaybeleuchtung und das Touchscreen aus, sobald das iPhone beim Telefonieren ans Ohr gehalten wird, um mögliche Fehleingaben durch Berührungen mit Ohr oder Backen zu vermeiden.
Der Umgebungslichtsensor stellt die Bildschirmhelligkeit den Lichtverhältnissen entsprechend automatisch ein.

Neben der iPod- und Telefon-Funktionalität des iPhones legte Steve Jobs aber auch auf die internetbasierten Anwendungen und das Internet selbst großen Wert. Mit dem Safari-Browser sei ein echtes Desktop-Internet-Feeling erreichbar, welches kaum mit Browsern der herkömmlichen Smartphones zu vergleichbar sei. Das iPhone soll überdies mit zahlreichen, aus dem Mac OS X-Dashboard bekannten, Widgets, kleinen Helferprogrammen zur Anzeige von Informationen wie Wetter oder Aktionkursen, ausgeliefert werden. Für Begeisterung unter den Besuchern der Präsentation sorgte aber auch die Demonstration von Google Maps auf dem iPhone, wobei mit dem Gerät sowohl auf Kartenmaterial mit Branchenverzeichnis, als auch auf Satellitenfotos zugegriffen werden kann.
Das iPhone soll über WLAN (802.11b/g), EDGE und Bluetooth ins Internet gehen, bzw. mit drahtlosen Headsets kommunizieren können.

Dabei hält der Akku des iPhone bei Intensivnutzung, sei es Internet, Telefonate oder Videoplayback, fünf Stunden durch, bei Audioplayback sogar 16 Stunden. Mit 135g Gewicht und 115x61 mm Gehäuseabmessungen bei einer Dicke von 11,6 mm ist das iPhone Handflächen- und Hemdtaschentauglich.
Eine eingebaute 2 Megapixel-Kamera lässt auch das von Fotohandys bekannte Schnappschuss-Feeling nicht missen.

"iPhone ist ein wegweisendes und magisches Produkt, das jedem anderen Mobiltelefon um buchstäblich fünf Jahre voraus ist", resümiert Apple-CEO Steve Jobs.
Bevor er jedoch den Preis des iPhones für den geplanten Marktstart im Juni 2007 in den USA (Europa: Ende 07, Asien: 2008) verrät, muss er den Anwesenden doch noch einmal die vielen Vorzüge des iPhones im Schnelldurchgang vor Augen führen.
Kaufe man eines der derzeit erhältlichen Smartphones und zusätzlich einen iPod nano, agumentierte er nach dieser Kunstpause überzeugend, so bezahle man für das Handy und den iPod 499 USD - denselben Preis soll auch das iPhone bei einem 2-Jahresvertrag bekommen.
Neben dieser iPhone-Version mit 4GB Speicher soll ein 8GB iPhone für 599 USD erhältlich sein.

Bis 2008 sollen 10 Millionen Einheiten verkauft werden, was allerdings insofern bescheiden klingt, als dass diese Zahl nur 1% des enormen Handymarktes ausmacht.


In ebenfalls dicht besiedeltes Gebiet drängt Apple mit der zweiten Neuvorstellung Apple TV, allerdings nicht in die Hemdtaschen und ans Ohr von Vieltelefonierern, sondern in die Wohnzimmer von iTunes-Nutzern:
Das eng mit dem Musik- und neuerdings auch Filmdownloadportal von Apple und Rechnern, auf denen iTunes 7 installiert ist, zusammenarbeitende Apple TV wird per Ethernet oder WLAN (802,11b/g/n) ins Heimnetzwerk angeschlossen und lädt von ebenfalls angeschlossenen PCs digitalen Content auf die integrierte 40GB-Festplatte oder streamt iTunes-Material von Gast-PCs direkt auf die Mattscheibe eines Großbild-Fernsehers. Es wird allerdings lediglich der kleinere der beiden HDTV-Standarts, 720p, unterstützt.
Apple nimmt bereits Vorbestellungen für Apple TV an, ausgeliefert werden soll das 299 Euro teure Gerät im Februar 2007.

Eine letzte Neuankündigung machte Steve Jobs, als eine Konsequenz der seit 2001 begonnenen Metamorphose des Konzerns, bekannt. Neben den Mac als reiner Computer gesellten sich mittlerweile iPod, iPhone und Apple TV als Unterhaltungselektronik-Geräte, was eine Verlagerung des Geschäftsbereiches bedeute. Apple-Chef Jobs schließt diesen Prozess mit der Umbenennung des Firmennamens "Apple Computer, Inc." in "Apple Inc." auf der Macworld Expo in San Francisco ab.
Dieser Prozess spiegelt sich auch in der Entwicklung des Konkurrenten Microsoft wieder, der neben dem reinen Computersoftware-Geschäft nun vermehrt auf Unterhaltungselektronik wie die Xbox 360 oder MP3-Player Zune setzt, und zeigt, dass sich die Aufgaben der Unterhaltungselektronikkonzerne neu zusammensetzen.


Letzte Aktualisierung ( 14.01.2007 )

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