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Das SGH-P310 von Samsung ist streng genommen ein Durchschnittshandy. Gemessen am Funktionsumfang trifft dies auch zu, wer das P310 jedoch einmal gesehen oder gar in Händen gehalten hat, wird es schnell nicht mehr im Handydurchschnitt einordnen. Der ganze Clou: Das Mobiltelefon entspricht in seinen Maßen (mal abgesehen von seiner Dicke: 8,5 mm) exakt denen einer Kreditkarte.
Dabei sieht das P310 auch noch sehr edel aus: Gehäuseränder und Akkuabdeckung aus hochglänzendem Metall zeigen die Business-Ambitionen des Gerätes auf, hinzu kommen zwei Touchsensor-Tasten, rechts und links direkt unter dem Bildschirm, die ja spätestens seit LGs Chocolate zu einem wertigen Handy irgendwie dazugehören. Weiterer Eyecatcher ist dann natürlich auch die runde 4-Wege-Navigationstaste, sowie das Wähltastenlayout. Die, bei herkömmlichen Handys in der untersten Reihe auffindbaren, Tasten *, 0 und # sind beim P310 aufgrund seines Formates vertikal am rechten Wahltastenrand angeordnet, wobei die 0-Taste in der Ecke rechts unten ist. Die dadurch entstehenden drei statt vier Tastenzeilen zu je vier Tasten mögen anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein, wahrhaftige Probleme gibt es in unserem Test selbst bei der ersten SMS nicht zu verbuchen. Die weiß beleuchteten Touch-Tasten sind hingegen etwas schwergängig, nicht immer wird ein Druck einer der beiden Bedientasten auf Anhieb erkannt. Ungleich problematischer ist jedoch die Anordnung der OK-Taste. Wie Samsung-Kenner wissen, ist diese normalerweise inmitten der Navigationstasten angebracht und bildet bei der Bedienung des Telefons eine Einheit mit der 4-Wege-Navigationstaste und den beiden (Touch-)Auswahltasten rechts und links unterm Bildschirm. Beim P310 befindet sich diese OK- und Auswahltaste jedoch nicht in der Mitte der Navigationstaste, sondern ist links davon, über dem grünen Telefonhörer. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn Samsung das Handy-Betriebssystem, welches in ähnlicher Form auch in weiteren Samsung-Handys Verwendung findet, daran angepasst hätte. Das ist allerdings nicht passiert und stellt sowohl Samsung-Kenner, als auch -Unerfahrene immer wieder vor Bedienprobleme: Häufig lassen sich die gewünschten Funktionen auch ohne OK-Taste, also mit den beiden Auswahltasten rechts und links unterm Display anwählen. Nur manchmal, etwa beim Auslösen der Fotocamera oder beim Bedienen des MP3-Players, ist die Benutzung dieser OK-Taste unumgehbar - die beiden Touch-Tasten sind hier mit anderen Funktionen belegt. Soweit sogut, wäre die OK-Taste, wie dies normalerweise der Fall ist, in der Mitte. Der sonst ganz intuitive Gebrauch dieser Taste wird nun umständlich, da sie zu weit von der Navigationstaste entfernt ist. Der Benutzer wird weiterhin dadurch in die Irre geführt, dass die jeweilige Funktion der OK-Taste am unten im Display in der Mitte skizziert wird und nicht links, was ihrer, zumindest beim P310, eigentlichen Position entspräche. Über diese Schwachstelle hinwegtrösten kann vielleicht ein besonderes Bestandteil aus dem Lieferumfang des P310: Eine Ledertasche mit integriertem Akku verlängert die Akkulaufzeit des Gerätes, von vorher vier Stunden Gesprächszeit, bzw. 242 Stunden Standby, auf 12 Stunden Gesprächszeit/720 Stunden Standby. Dies sind natürlich einmalige Werte; der Benutzer der Hülle muss allerdings in Kauf nehmen, dass sich sowohl die Maße, als auch das sonst 77g leichte Gewicht des Handys deutlich vergrößern. Dann ist leider Schluss mit Scheckkartengröße.In unserem viertägigem Intensiv-Test mussten wir das Gerät nur ein einziges Mal laden: Sobald der integrierte Akku schlapp zu machen drohte, konnte einfach die Lederhülle angeschlossen werden, die dann dem internen Akku wieder Leben einhauchen konnte, sodass dann letztlich auch einer weiteren Nutzung ohne Hülle nichts im Weg stand. Dabei scheint der interne Akku allerdings nicht vollständig aufgeladen zu werden, bzw. wird er auch zuerst entladen, bevor der externe Akku anspringt. Hier wäre ein intelligenteres, möglicherweise sogar vom Nutzer konfigurierbares Powermanagement sinnvoll gewesen.Die weiteren Eigenschaften des P310 befinden sich im Durchschnittsbereich: Triband, Bluetooth, MP3- und Videofuniktionalität, sowie Javaspiele und 80 MB Speicher, der durch optional erhältliche MicroSD-Karten erweitert werden kann, und natürlich die integrierte 2-Megapixel Camera mit Fotolicht (kann dank einer Aussparung auch in der Lederhülle verwendet werden) sind mit dabei. Die Sprachqualität der Ohrmuschel ist in Ordnung, bei hoher Lautstärke allerdings deutlich schäppernd, bzw. übersteuernd. Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Handy und dessen internem Akku (750mAh) auch der Lederhüllen-Akku (1500 mAh), ein Stereo-Headset, ein USB-Kabel, ein Netzteil und das Handbuch sowie die Samsung-Software auf CD. Das "Rundum-Sorglos-Paket" ist, abgesehen von der nicht enthaltenen MicroSD-Karte, komplett. Das hat auch seinen Preis; EUR 499 empfiehlt Samsung den Händlern. Fazit Ein Eyecatcher ist das SGH-P310 auf jeden Fall: Das Format und die edle Metall-Optik bestechen, Vielreisenden und Enthusiasten dürfte sicher auch die Akkuerweiterung in der Lederhülle zusagen, was leider die Handlichkeit kompensiert. Ein Kauf würde sich in jedem Fall lohnen, wäre die Bedienung durch die schwergängigen Touchsensor-Tasten und das OK-Tastenproblem nicht unnötig beschwert. So bleibt das P310 Geschmackssache - nach Möglichkeit sollte das Gerät vor einem Kauf ausgiebig getestet werden.
Fotos: Samsung Electronics GmbHNur registrierte User können Kommentare schreiben. Bitte einloggen oder registrieren. Powered by AkoComment 2.0! |