|
Auf der diesjährigen CeBIT gab es sie wieder: Ultra Mobile PCs (kurz: UMPC) die es versuchen, PDA-vergleichbaren Formfaktor mit Tablet PC-Funktionalität zu paaren. Aber auch wie im Vorjahr steckt die Technik noch in den Kinderschuhen, was zwei auf der CeBIT gezeigte Modelle, Samsungs Q1 Ultra sowie Sonys VAIO UX1, deutlich machen. Chiplieferant beider Hersteller ist Prozessorenproduzent Intel, dessen Chips die Eigenschaften der UMPCs in Sachen Leistung, Akkulaufzeit und Größe maßgeblich beeinflussen. Intel nutzte die CeBIT, um Einblicke in die UMPC-Roadmap zu gewähren.
Hierbei stellte Pankaj Kedia, Director UMPC Ecosys Programs, während des "Intel Mobile Briefings" Intels Visionen im Bereich UMPC vor: UMPCs sollen in erster Linie das schaffen, woran Handys und Smartphones kläglich scheitern - dem mobilen Internet in Jackentaschengröße. Der Entscheidende Vorteil der UMPCs, so Kedia, sei die mit PCs und Notebooks vergleichbare Architektur. Schon die ersten UMPCs aus dem letzten Jahr haben gezeigt, dass mit UMPCs vollwertiges Windows XP lauffähig ist. Diese "Generation Zero" wird nun durch die, in 2007 erscheinenden Windows Vista fähigen UMPCs abgelöst. Brauchten die letztjährigen UMPCs mit Ultra-Low Voltage CPUs von Intel schon nach zweieinhalb Stunden die Steckdose, soll die nächste CPU-Generation, die offiziell im April 2007 von Intel vorgestellt wird und derzeit unter dem Codename "McCaslin" bekannt ist, eine Geräteakkulaufzeit von vier Stunden ermöglichen.Im nächsten Jahr soll dann weiterer Ultra-Low Voltage-Nachschub von Intel kommen: Pankaj Kedia stellt für 2008 eine komplett neue Chipfamilie für UMPCs, die vergleichbar der Centrino-Familie, "from the ground up", also aus dem Nichts, neu entwickelt werden soll. UMPCs mit dieser Chiparchitektur seien dann bei einer Akkulaufzeit von sechs bis acht Stunden tatsächlich "jackentaschenfreundlich". Kedia stellt bei diesem Trend allerdings ein Problem fest: Was nütze es, wenn die Ultra Mobile PCs immer kleiner werden, ihre Touch-Displays allerdings kaum noch lesbar, geschweigedenn "fingerfriendly" seien? Für die Zukunft gefordert werden "Optimized Apps", für die Bedienung mit Finger oder Stylus optimierte Anwendungen also, die jenseits des bekannten Windows Vista-Desktops für Bedienerfreundlichkeit sorgen sollen. In den in diesem Jahr bereits ausgestellten UMPC-Modellen ist davon noch wenig zu spüren: Samsungs Q1 Ultra verdient aufgrund seines 7" Displays bei weitem nicht das Prädikat "jackentaschentauglich", im Vergleich zum Vorjahresmodell Q1 präsentiert sich auf dem Touchscreen des Gerätes aber Windows Vista Aero-Glanz, wie er schöner nicht sein könnte: Transparenzeffekte und das hübsch anzusehende Windows Flip 3D kommen ruckelfrei und astrein rüber. Dafür verantwortlich zeichnet sich sicherlich auch "McCaslin" - zu den genaueren Prozessordetails hält sich Samsung aber noch sehr bedeckt. Wie auch dem "Intel Mobile Briefing" zu entnehmen, kommen weitere Details hierzu und natürlich weitere UMPC-Geräte von anderen Herstellern im April. Optisch auffällig ist die zweigeteilte Tastatur des Q1 Ultra im oberen Randbereich links und rechts. Auf der CeBIT noch im englischen QWERTY-Layout soll sie, bei Marktstart in Deutschland im Mai 2007, auch im QWERTZ-Layout erscheinen, nur für die deutschen Umlaute sei kein Platz mehr vorhanden. Alternativ kann aber auch auf die Tablet PC-Eingabemethoden (Handschrifterkennung, virtuelle Tastatur) vom mitgelieferten Windows Vista Home Premium zurückgegriffen werden - dann mit Umlauten ab Bord. Vier Stunden lang hält der Akku des Q1 Ultra laut Samsung, er versorgt auch die zwei integrierten Kameras des Geräts, das HSDPA-, WLAN-, und Bluetooth-Modul sowie die 60 GB Festplatte und den einen GB Arbeitsspeicher mit der nötigen Energie. Angaben zum Preis des UMPC macht Samsung derzeit noch nicht. Zum VAIO UX1 sind hingegen genaue Angaben zu Prozessor und Preis bekannt, zumal Sonys UMPC bereits auf den Markt gebracht wurde: Verbaut wurde der Ultra-Low Voltage Core Solo U1500 von Intel, der mit 1,33 GHz getaktet ist. Besonderes Highlight ist der 32 GB Flashspeicher des UMPC, der somit eine herkömmliche Festplatte überflüssig macht. Das 4,5" Touch-Display kann nach oben geschoben werden und gibt dann eine QWERTY-Tastatur mit blauer Tastenbeleuchtung preis. Zusammen mit den weiteren Komponenten, dem WLAN- und Bluetooth-Modul, zwei Digitalkameras und einem Fingerabdrucksensor bringt das Gerät gerade einmal 486 Gramm auf die Waage. "Jackentaschentauglich" ist der UX1 aber auf Grund seiner Tiefe von mehr als drei Zentimetern nicht. Dass sich der Sony UMPC klar an Geschäftskunden richtet, zeigt, neben seinem Preis von 2.999 Euro auch das Betriebssystem Windows Vista Business. Leider wird es, wie auch die QWERTY-Tastatur, nur in englischer Version ausgeliefert. Trotz seiner enormen Auflösung von 1024x600 Pixeln, die das Display zwar gestochen scharf macht, ist die Systemschrift aber winzig klein und daher unlesbar. Sony sorgt hier mit einer Zoomfunktion, die durch Hardwaretasten gesteuert wird, für Abhilfe. In mehreren Stufen wird die Dastellung vergrößert und lesbar gemacht, wobei dann nur noch ein Fensterausschnitt, der sich an der Cursorposition orientiert, sichtbar ist. Im Praxistest auf der CeBIT erwies sich das hochauflösende, kleine Display als sehr lästig, zumal durch das Windows-Betriebssystem keine echte Fingerfreundlichkeit aufkommt und die Zoomfunktion Unübersichtlichkeit schafft. Daran kann auch der "VAIO Launcher", eine Art Media Center-Ersatz von Sony nicht viel ändern. Trotz dessen größerer Bedienelemente zur Fingeranwahl sind lediglich Systemprogramme verknüpft, die dann natürlich wieder "fingerfeindlich" sind.Fotos: Samsung Electronics GmbH (1x), Sony Deutschland GmbH (1x), Alexander Merz (4x) Nur registrierte User können Kommentare schreiben. Bitte einloggen oder registrieren. Powered by AkoComment 2.0! |