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Genie gegen Meisterdieb – Sherlock Holmes gegen Arséne Lupin PDF Drucken
Geschrieben von Benjamin Seym   
05.12.2007
Artikelindex
Inhalt und Gameplay
Gameplay und Technik
Fazit
„Als ich Sherlock Holmes in diesem, seinem neuesten Abenteuer „Sherlock Holmes gegen Arsene Lupin“ morgens in der Baker Street 221B besuchen kam, sah ich ihn vor seinem Arbeitstisch stehen, wie er vollkommen in sein Violinenspiel vertieft war. Mein Freund schien schon seit zwei Wochen sehr in sich gekehrt, was zweifellos mit den sich überschlagenden Zeitungsartikeln zusammenhing, die sich allesamt mit diesem Franzosen Arséne Lupin beschäftigten. Scheinbar erfasste Holmes ein reges Interesse an diesem  Mann, denn er las jeden der Artikel mit größter Aufmerksamkeit. Als jedoch mein Blick unwissentlich auf den Brief fiel, welcher sich auf Holmes Esstisch befand,  verschlug es mir beinahe die Sprache. Scheinbar schrieb der französische Meisterdieb meinem Freund Holmes einen Brief, indem er seinen nächsten Coup ansagte um somit, ich zitiere „die ganze Welt die Beschränktheit der englischen Nation erkennen lässt“...“   - Dr. Watson

„Watson, tragen Sie mir bitte den Brief unseres Klienten vor“ – Zum Inhalt
Mit  „die Spur der Erwachten“ wagte sich Entwickler Frogwares erstmalig auf fast unerforschtes Terrain: ein klassisches Adventure in kompletter 3D-Umgebung. Damals lagen Lob und Kritik sehr dicht beieinander und die Meinungen der eingefleischten Holmes-Fans spalteten sich wie nie zuvor. Im insgesamt vierten Teil der Sherlock-Serie bewegen wir uns wieder als Meisterdetektiv höchstpersönlich durch eine dreidimensionale Umgebung und suchen diese nach Spuren aller Art ab. Das kann ein Fußabdruck sein, dessen Größe wir mit dem Maßband vermessen oder dessen Profil wir uns mit der Lupe genauer anschauen. Es könnte aber auch ein auf den ersten Blick unscheinbares Objekt sein, wie etwa eine Kuchenform oder aber eine mittelalterliche Pike, das später zum detektivischen Erfolg verhilft.

Wie es der Titel bereits erahnen lässt geht es in „Sherlock Holmes gegen Arséne Lupin“ darum, den wohl bekanntesten Dieb Frankreichs dingfest zu machen, bevor dieser fünf Symbole der englischen Macht stiehlt. Dabei findet Holmes nach dem Tod Professor Moriartys (laut „Die Spur der Erwachten“ ist dieser zwar noch am Leben, aber tatsächlich ist er wohl bei den Reichenbachfällen gestorben) erstmals wieder einen Gegner, der ihm in punkto Genialität gewachsen ist. Anders als der Professor schätzt Lupin die Anwesenheit des Meisterdetektivs jedoch, da für ihn der geistige Wettstreit von größerer Bedeutung ist.

Die Figur des französischen Meisterdiebs, welche der Feder des Autors Maurice Leblanc entsprungen ist, ist in diesem Abenteuer nicht spielbar sondern fungiert lediglich als Gegenspieler, was das Spiel zu einem reinen Holmes-Abenteuer macht und für Liebhaber der Lupin-Romane wohl längst nicht so interessant sein dürfte, wenngleich der Meisterdieb dem Meisterdetektiv geistig in nichts nachsteht.

„Watson, sehen Sie nur – Ein Fußabdruck!“ – Zum Gameplay
Bewaffnet mit Maßband, Lupe und  messerscharfem Verstand geht es in drei Dimensionen auf Spurensuche. Dabei führt uns das Spiel durch den Tower von England, die National Galery und sogar durch den Buckingham Palace. Selbstverständlich ist auch die Baker Street, sowie Barnes Buchhandlung wieder in die Umgebung eingebaut, was das Herz eines echten Sherlock'ians wohl höher schlagen lassen dürfte. Was wohl jedem bekennenden Sherlock-Fan sehr gut gefallen wird ist, dass in der Baker Street 221B viele Gegenstände begutachtet werden können, die mit Holmes früheren Fällen zu tun haben; so hängt zum Beispiel ein Bild der Reichenbachfälle über Holmes Kamin, oder eine Skizze der „tanzenden Männchen“ hängt eingerahmt über Holmes Arbeitstisch, die Statuette aus „die Spur der Erwachten“ steht noch immer im Wohn/Arbeitszimmer und jagt Watson noch immer Angst ein. Wer genau hinschaut kann eine Menge dieser Anspielungen finden.

Gesteuert wird das Superhirn Holmes entweder shootertypisch mit WASD-Steuerung in Kombination mit der Maus oder aber ganz allein mit der Maus. Da es weder Zeitdruck noch andere Gefahren zu bewältigen gilt, hat der Spieler genug Zeit, um sich alles in Ruhe anzuschauen oder kleine bis mittelgroße Denkpausen einzulegen. Diese wird der Spieler auch brauchen, um die teilweise unfair schwierigen Rätsel knacken zu können. Tatsächlich ist man oft komplett auf sich allein gestellt, da nur selten Hilfestellung gegeben wird. Einerseits könnte man ja sagen: „Wozu braucht der Meisterdetektiv Sherlock Holmes schon Hilfestellung. Und  wer könnte sich schon anmaßen den großen Holmes auf ein Detail aufmerksam zu machen, das er eventuell übersehen hat?“ Aber andererseits ist man eben nicht Sherlock Holmes sondern nur ein durchschnittlich intelligenter Adventure-Fan (womit ich selbstverständlich niemanden beleidigen möchte), der nicht unbedingt eine Idee hat, wer „Horatio Nelson“ war und wie sein Schiff hieß.


Letzte Aktualisierung ( 06.12.2007 )

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