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Seite 1 von 3 Da Kane and Lynch: Dead Men keine Jugendfreigabe erhalten hat, möchten wir darauf hinweisen, dass sich das Spiel an eine volljährige Zielgruppe richtet und keinesfalls von Jugendlichen unter 18 Jahren gespielt werden sollte. Auch dieser Testbericht richtet sich an volljährige LeserInnen. Spätestens seit der grandiosen Hitman-Serie spielt Entwickler I/O-Interactive ganz vorne mit, wenn es darum geht, eiskalte Charaktere in ein handfestes und bleihaltiges Abenteuer zu schicken. Die neuesten Antihelden der dänischen Spieleschmiede sind der knallharte Ex-Söldner Kane und der blutrünstige Psychopath Lynch. Kann das funktionieren? Eins steht jedenfalls fest: Gewalt spielt eine entscheidende Rolle in diesem Psycho-Thriller.
Kurz zum Inhalt Bei einer Mission in Venezuela, die fatal fehlschlägt, überlebt der Söldner Kane als Einziger und kann letztendlich mit der Beute entkommen. Ganz zum Leidwesen seiner Partner, die überraschenderweise doch noch am Leben sind und sich nun an Kane für seinen Verrat rächen wollen. Um allerdings trotzdem an die Beute zu kommen, stellen ihn Kanes Ex-Kumpanen vor ein Ultimatum: The7, so der Name der Söldnerbande, hat die Ex-Frau und die gemeinsame Tochter des Söldners entführt und droht damit, beide umzubringen, wenn Kane die Beute nicht zurückbringt. Das Deprimierende dabei: Er soll so oder so sterben, es gilt nur, die Familie zu retten. Um Kane von vornherein von Dummheiten abzuhalten stellt ihm The7 den Psychopathen Lynch an die Seite, der The7 jeden Tag telefonisch über den Fortschritt der „Schatzsuche“ informieren soll. Natürlich sind sich die beiden gar nicht grün und so kommt es zwischen den vielen Schusswechseln zu der ein oder anderen amüsanten verbalen Auseinandersetzung.„Kane! Schalte sie aus!“ Wie bereits zu erwarten war, handelt es sich bei Kane and Lynch um einen knallharten Shooter, in dem es hart zur Sache geht. Egal ob Banküberfall, Entführung oder Mord – das Duo schreckt vor nichts zurück, um Kanes Familie aus der ganzen Sache rauszuhalten und sie aus den Fängen der skrupellosen Organisation zu befreien. Dabei vereinen sich Aggressivität, Hass, Verzweiflung und eine harte Sprache zu einem brodelnden Kessel voller Gewalt, die jedoch dermaßen genial in Szene gesetzt wird, dass man über diesen moralisch verwerflichen Inhalt gut hinwegsehen kann. Ähnlich wie bei vielen anderen neuen 3rd-Person-Shootern kann man auch bei Kane and Lynch hinter verschiedenen Objekten in Deckung gehen und so entweder blind feuern oder aber kurz hervor lugen und ein paar gezielte Schüsse abgeben. Allerdings ist teilweise eine wenig Fingerspitzengefühl gefragt, um in Deckung zu gehen, da sich Kane (bzw. Lynch) nahe an der Mauer, dem Wagen etc. befinden muss um dann automatisch in Deckung zu gehen, wenn ein bestimmter Abstand und Winkel zur Deckung besteht. Dies endet oft in einer Fummelarbeit, die wertvolle Sekunden kosten kann. Ist man dann erst einmal in Deckung gegangen, beginnen die wundervollen Schießereien, die alle Shooterfans bereits bei Gears of War, Rainbow Six: Vegas oder Perfect Dark Zero lieben gelernt haben. Der Gegner feuert seine MG auf die Deckung ab, die den Protagonisten vor den tödlichen Auswirkungen der Geschosse schützt, nur damit dieser dann im richtigen Moment nach oben schnellen kann um den Gegner mit ein paar gezielten Schüssen ins Jenseits zu befördern. Leider ist die KI bisweilen strunzdumm und feuert entweder sämtliche Magazine auf ein Hindernis ab, dass vor dem eigentlichen Ziel steht oder verirrt sich im Kugelhagel dermaßen unglücklich, dass die armen Kumpanen komplett durchlöchert werden. Auf die KI ist nur dann verlass, wenn man schwer verletzt am Boden liegt und eine Adrenalinspritze benötigt, um wieder auf die Beine zu kommen bevor man endgültig dahinscheidet. Aber auch trotz der der mäßigen KI machen die Feuergefechte viel Spaß, was nicht zuletzt am satten Waffensound und der zum Teil zerstörbaren Umgebung liegt. Was ebenfalls negativ auffällt, ist, dass der spannende Psychothriller-Krimi-Mafia-Mix zu schnell vorbei ist, denn bereits nach 16 kurzen bis mittellangen Missionen flimmert der Abspann über den Bildschirm. Der einzige Grund, das Spiel noch einmal von vorne starten zu wollen ist eventuell der Koop-Modus, bei dem mit einem Freund lokal – leider nicht Online oder über System Link – das Spiel noch einmal miterleben darf. Leider bleibt auch hier ein fader Beigeschmack denn der Splitscreen ist nur vertikal teilbar und nicht horizontal. Schade, denn dies sorgt für leichte Orientierungsprobleme, vor allem, da die Figur selbst bereits ein Drittel des Bildes ausfüllt. Was den Koop-Modus aufwertet, ist die Tatsache, dass das mörderische Duo sich teilweise aufteilen muss, um zum Ziel zu gelangen. So muss Kane z. B. in einer Mission eine Geiselübergabe tätigen, während Lynch die "Transaktion" mit dem Scharfschützengewehr von einer Autobahnbrücke aus "überwacht"- sehr gelungen!
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