|
Seite 1 von 5 Ein Computer, eine Windows Vista Ultimate DVD und ein halbes Jahr Zeit: Was steckt in dem neuen Windows-Betriebssystem von Microsoft und lohnt sich der Umstieg? Seit dem Sommer erprobe ich Windows Vista nun im Alltag, mein bisheriger Windows XP-Rechner wurde formatiert und Windows Vista „roh“ neu installiert. Schon stellen sich die ersten Herausforderungen: Sind die XP-Treiber kompatibel? Wie flüssig läuft das neue System? Ein schonungsloses Resümee über das neue Betriebssystem.
Etwas mehr als fünf Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger von Windows XP (erschienen im Oktober 2001) das Licht der Welt erblickte (November 2006 für Geschäftskunden/Januar 2007 für Privatkunden). So lange ließ bisher keine andere Windows-Version auf sich warten. Mein Test-PC mit Intel Pentium 4HT (3 GHz; 32-bit), 200GB Festplatte, 1,5 GB RAM und 128MB Radeon 9800 Grafikkarte gehört sicherlich nicht zum High-End, macht aber gerade deshalb einen Praxistest spannend. Denn dass ein Rechner der neusten Generation, der ab Werk mit Windows Vista ausgeliefert wird, so rund läuft, wie es die Entwickler propagieren, ist zu erwarten.
Insgesamt fünf verschiedene Betriebssystem-Varianten bietet Microsoft an. Die „Home Basic“-Edition bildet das untere Ende der Skala, es sind Kernbestandteile des neuen Windows Vista mit dabei, u.a. das Anti-Spyware-Programm „Windows Defender“, sowie die Vista-Sofortsuche, die neue Fotogalerie und innovative Jugendschutzfunktionen. Wie die „Home Basic“-Edition richtet sich auch die „Home Premium“-Edition an Privatnutzer, allerdings gibt es in der „Home Premium“-Variante neben den bisher genannten Features die neue Oberfläche Windows Aero, erweiterte Eingabemodi für Tablet PCs (z.B. Handschrifterkennung), ein Mobilitätscenter und ein „Windows-Teamarbeit“ genanntes Programm zum gemeinsamen Arbeiten an Dokumenten. Obendrein ist hierin das Windows Media Center enthalten, sowie die Möglichkeit, mittels „Media Center Extender“ oder der Xbox 360 Inhalte auf dem Fernseher wiedergeben zu können. Die „Business“-Edition von Windows Vista verfügt abgesehen von den Media Center Funktionen über den selben Umfang wie die „Home Premium“-Edition und darüber hinaus über ein Datensicherungstool und Remote Desktop-Funktion. Die „Enterprise“-Edition hat das Laufwerkverschlüsselungsprogramm „BitLocker“ an Bord und bietet, maßgeschneidert für große Unternehmen, multilinguale Benutzeroberflächen und auch Visualisierungsfunktionen mittels Microsofts „Virtual PC“. Das obere Ende der Fahnenstange bildet Windows Vista „Ultimate“, in dieser von uns getesteten Edition sind sämtliche der vorstehenden Features enthalten und ebenso die exklusiven „Windows Vista Ultimate-Extras“. Der Vollständigkeit halber sind auch noch die „N“-Varianten der Betriebssystem-Editionen zu erwähnen. Diese unterscheiden sich von den normalen Vista-Editionen nur durch das Fehlen des „Windows Media Players“. Neben den erhältlichen 32-Bit-Systemversionen sind auch 64-Bit-Systeme erhältlich.
Doch auf die Installation auf meinem (etwas) betagtem Rechner lässt sich gut an: Von dem Vista-Datenträger gebootet kann ich nun erstmals in der Grafikoberfläche komfortabel partitionieren und installieren. Nach etwas weniger als 60 Minuten war die Installation auch schon fertig und Windows Vista einsatzbereit. Meine alten Programme von Windows XP lassen sich bis auf wenige Ausnahmen auch unter Windows Vista installieren. Ab und an weigern sich die Installationsprogramme, unter einer fremden Betriebssystemversion zu arbeiten, diesen Fehler konnte ich aber in jedem dieser Fälle durch die Kompatibilitäts-Einstellungen, die schon aus Windows XP bekannt sind, beheben. Klickt man auf eine ausführbare Datei mit der rechten Maustaste und wählt „Eigenschaften“ aus, dann lässt sich in dem darauf folgendem Fenster in der aus XP bekannten Systemliste nicht nur Windows 95, 98/ME und 2000 sondern auch XP mit SP2 auswählen.Bei der anfänglichen Programminstallation unter Windows Vista fällt weiterhin eine Neuerung in der sogenannten „Benutzerkontensteuerung“ auf: Obwohl ich auf meinem PC nur ein Benutzerkonto eingerichtet habe, welches gleichzeitig der Computeradministrator ist, startet Windows Vista im Gegensatz zu Windows XP immer mit Standardrechten. Bei der Änderung bestimmter Systemeinstellungen oder auch beim Installieren von Software bekommt man dies in Form von Hinweisen zu spüren, dass für die erforderlichen Schritte erweiterte Rechte benötigt würden. Mit dem Klick auf „Zulassen“ installiert sich das Programm sodann unter (temporären) Administratorrechten. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Programm abzuweisen. Dies macht im Normalfall keinen Sinn, wenn die Installation ja schließlich beabsichtigt ist. Sofern aber schon schadhafte Software und Computerviren vorhanden sind, lässt sich im Idealfall durch diese Sicherheitshürden die weitere Ausbreitung der Schädlinge verhindern. Leider erkennt Windows Vista noch nicht den Unterschied zwischen beabsichtigten und unbeabsichtigten Installationsvorhaben, sodass jede einzelne Installation unter Windows Vista ein paar mehr Klicks zum Abnicken der Hinweise erfordert, als es etwa unter Windows XP der Fall gewesen ist. Sofern der Computernutzer nicht, wie in meinem Fall, als Quasi-Administrator den PC benutzt, machen diese Rechteverwaltung schon mehr Sinn: Es ist nun nicht mehr erforderlich, jede Installation als angemeldeter Administrator durchzuführen, weil bei Installation unter Standardrechten nun die Aufforderung zur Eingabe des Administratorkennwortes erscheint. Dieser, an die Rechteverwaltung vieler Linux-Distributionen angelehnte Mechanismus ist simpel, aber praktisch.
|