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Microsoft Windows Vista im Langzeittest |
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Geschrieben von Alexander Merz
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02.01.2008 |
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Seite 4 von 5 War meine Softwareinstallation auch von Erfolg gekrönt, so machen mir die Treiberinkompatibilitäten meines Onboard-Soundchips und meinem PCI-TV-Tuner bis heute Probleme. Was beim TV-Tuner eher nach einem Einzelfall aussieht (offenbar ist die Karte zu alt für das Media Center, weder TV- noch Radiosignal wird erkannt), zieht beim Sound-Problem anscheinend weite Kreise: Das Sound-Modul von Windows Vista wurde komplett überarbeitet – die Windows Bordmittel reichen nun dazu aus, einfache Stereo-Soundsysteme und einfache Audioeingänge zu konfigurieren. Sollte allerdings ein Mehrkanal-System verwendet werden, stoßen die Vista-Bordmittel bedauerlicherweise an ihre Grenzen. Drittanbieter-Programme, die nicht ausdrücklich Vista-kompatibel sind, brauchen gar nicht erst ausprobiert werden, da diese zwangsläufig nicht mit dem neuen Systemsteuerungsmodul harmonieren können. Neben meiner Onboard-Soundkarte trifft dies auch auf eine SoundBlaster-Karte, sowie eine X-Fi-Karte von Creative, sowie auf eine Aureon-Karte von Terratec zu. Keine der ausprobierten Karten wollte bisher Ton auf meine 5.1 Boxen liefern, auch nicht der zweite Kandidat von Creative, für den Creative bereits halbwegs taugliche Vista-Treiber zur Verfügung stellt.
Das vielversprechende Laufwerkverschlüsselungs-Programm „BitLocker“ wollte auf meinem Rechner ebenfalls nicht arbeiten, da hierfür ein Mainboard mit Trusted Platform Modul (TPM) erforderlich ist. Das ist schade, wo doch dieses Programm eines der „Highlights“ der Windows Vista Ultimate-Edition darstellt. Weitere Highlights sollten laut Microsoft die exklusiven Ultimate-Extras für Windows Vista sein. Peinlich nur: Von den vielen versprochenen Extraprogrammen war bisher erst wenig zu sehen. Lediglich ein Pokerspiel, Sprachpakete zum Verändern der Systemsprache und das „DreamScene“ genannte Tool zum Verwenden von Videos als Desktopmotiv konnten Käufer der Ultimate-Edition seit der Veröffentlichung von Vista im Januar mittels „Windows Update“ herunterladen. Von weiteren Ankündigungen wie einem Fotobearbeitungs-Programm fehlt bisher jede Spur.
Glücklicherweise läuft das neue Microsoft-Betriebssystem ähnlich stabil und flüssig wie der Vorgänger Windows XP. Es kommt nur selten zu Komplettausfällen, bei denen nur der Systemneustart weiterhilft, aber öfter zum Abstürzen einzelner Programme. Besonders die Windows Vista „Sidebar“, die den Desktop um einige nützliche und hübsche „Gadgets“ bereichert, sorgt für signifikante Performance-Einbußen. Vor allem der Feed-Reader ließ mein System von Zeit zu Zeit direkt nach Systemstart einfrieren. Abhilfe schaffte die Entfernung des Tools aus der Sidebar. Auch der „DreamScene“-Spaß machte meinen Prozessor nicht gerade glücklich: auf ca. 30% Prozessorauslastung im Leerlauf brachte es das Programm. Den größten Dämpfer in Sachen Performance bringt wohl aber die Windows Aero Oberfläche. Mit den schön anzusehenden Transparenz-Effekten und Fensteranimationen ist sie zwar ein wahrer Augenschmaus, doch laufen besonders neuere Spiele, die unter Windows XP noch ruckelfrei funktionierten, unter Vista nur noch ungenießbar stockend. Dies wird leider auch beim Deaktivieren sämtlicher Visualisierungseffekte nicht viel besser, sodass beim Spielen unter Vista wieder auf ältere Spieletitel zurückgegriffen werden muss – zumindest auf Rechnern die mit meinem vergleichbar sind.
Vor ganz andere Herausforderungen wird man von Windows Vista gestellt, sollte man ein drahtloses oder –gebundenes Heimnetzwerk betreiben wollen und darin Ordner für den gemeinsamen Dateiaustausch eingerichtet haben. Erstaunlicherweise funktioniert der Zugriff vom Vista-Rechner auf Daten von Nicht-Vista-Rechnern reibungslos, jedoch wurde in Windows Vista das Freigeben der eigenen Daten und Ordner für die anderen Nutzer dermaßen erschwert (unter dem Decknamen Sicherheit), sodass an die Stelle eines simplen Häkchen-Setzens in den Ordnereigenschaften, wie aus XP gewohnt, in Windows Vista ein wahrhaft wüster Ritt durch sämtliche Rechte- und Freigabenverwaltungsdialoge tritt, den man sich nur denken kann. Paradoxerweise ist ein „Read-Only“-Netzwerkordner ähnlich schnell eingerichtet, wie unter Windows XP, aber einen Ordner einzurichten, den die anderen Netzwerkcomputer auch beschreiben können, ist nahezu unmöglich.
Nahezu unmöglich ist es auch, mit der neuerdings in Windows Vista integrierten Sprachsteuerung- bzw. Spracherkennung vernünftige Resultate zu erzielen. Das Erlernen der Sprachbefehle für das Aufrufen von Programmen oder das Diktieren in Word geht anhand des Tutorials zwar leicht von der Hand, in der Praxis zeigt sich die Spracherkennung jedoch so träge und rechenintensiv, dass mir jeder Spaß daran vergeht. Allein das Starten des Programms und seiner Steuerungsleiste am oberen Bildschirmrand dauert auf meinem PC gute zwei Minuten, in denen der Desktop regelrecht einfriert. Weitere Entwicklungszeit würde dieser Funktion sicherlich gut tun.
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Letzte Aktualisierung ( 02.01.2008 )
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