Was gibt es neues von der CeBIT 2008? Wir haben uns einen Tag lang auf den Weg zur Messe gemacht und aufgespürt, welche Technik-Neuheiten, Trends und Spielereien in der nächsten Zeit auf uns zukommen werden. Ein Suchergebnis von der weltgrößten Computermesse.
Mobiles Internet, eines der "Top-Trend-Themen" der diesjährigen CeBIT, hat etwas tolles an sich: Es hat unglaublich viele Gesichter. So zeigte etwa T-Systems zusammen mit BMW, dass auch im Auto Internetsurfen keine Unmöglichkeit mehr ist. Aus einem Mix an Infrastruktur, UMTS, HSDPA, GPRS und WLAN sollen Verbindungsunterbrechungen eliminiert und störungefreies Surfen ermöglicht werden. Das ganze machte auf dem Telekom-Stand, wenn auch noch nicht rollend, schon einen ganz guten Eindruck... wenn man einmal davon absieht, dass der Autofahrer von Morgen wohl nicht mehr nur mit dem Verkehr, sondern auch mit aufdringlichen Werbe-Pop-Ups zu kämpfen hat. Weiter bei ASUS ist mit dem Eee PC eine ganz andere Form des mobilen Internets präsent. Hier bedient man sich eher den althergebrachten Formen des Notebook-Computers, oder besser: des Subnotebooks. Als "Subnotebook" will Holger Schmidt, Pressesprecher bei ASUS, den Eee PC aber dann doch nicht bezeichnen, hierbei handele es sich viemlehr um ein "Mobile Internet Device (MID)", der den Bedienkomfort eines Notebooks (QWERTZ-Tastatur und Touchpad) mit der handlichen Größe von UMPCs vereinen kann. Mit einem Preis von knapp 300 Euro ist der Eee PC weitaus günstiger als die herkömmlichen Subnotebooks, im Gegensatz zu dieser Geräteklasse erhebt das MID von ASUS jedoch nicht den Anspruch, in Sachen Leistung mit einem ausgewachsenen Notebook gleichzuziehen. Hierbei ginge es vielmehr um das, wie es der Name schon andeutet, portable Internet, getreu dem Motto: "Always online". In dieses Schema passen auch die 70% der Käufer, die den Eee PC als Zweitgerät anschaffen würden. Interessanter Trend: 60% der Käufer seien Frauen. Die zum Starttermin im Januar 2008 auf dem deutschen Markt verfügbaren Geräte, ca. 20.000 Stück, seien Angesichts einer Nachfrage von über 100.000 Einheiten binnen 2-3 Tagen "verdampft"; immerhin sollen bis ins dritte Quartal 45.000 Geräte von ASUS ausgeliefert werden. Das mit Linux ausgestatte Mini-Laptop hat bisher den Markt schon gehörig aufgewirbelt, sodass erste Hardwarehersteller Linux-Treiber ihrer Produkte für den Eee PC bereitstellen. Allerdings kann der versierte Nutzer dem Eee PC auch Windows XP aufsetzen, eine CD mit den benötigten Gerätetreibern liegt bei. Die neu auf der CeBIT 2008 angekündigte Partnerschaft von ASUS mit Microsoft ermöglicht aber auch den weniger versierten Käufern, ihren Eee PC gleich mit vorinstalliertem Windows XP zu erwerben. Ebenfalls neu auf der CeBIT vorgestellt: Neben der Basisvariante gibt es einen, mit 12 GB Festplatte, 1 GB RAM und größerem 8,9 Zoll Display ausgestatteten, Neuzugang in der Eee-Familie. Die Gehäusemaße bleiben gleich, nur der Preis nicht - der "Eee PC 900" wird etwa 400 Euro kosten und im zweiten Quartal 2008 erhältlich sein.Auch einen interessanten Ansatz in Sachen Mobiles Internet stellt E-Lead Electronic aus Taiwan vor. Der "Noahpad UMPC" ist sogar noch kleiner als der Eee PC und macht vor allem durch eine "revolutionäres Eingabetechnik" auf sich aufmerksam. Bei dem Eingabegerät des Noahpads handelt es sich um zwei überdimensionale Tasten, die in Buchstabenfelder unterteilt sind. Touchpads darauf machen diese beiden Tasten zu einer vollwertigen QWERTZ-Tastatur, wobei nun ansatzweise das Gefühl entsteht, man würde tatsächlich einzelne Tasten drücken können, anstatt nur die einheitliche Touchpad-Oberfläche. Neben dem Tippen können die Touchpads aber auch als herkömmliche Touchpad-Maus verwendet werden. Im Gegensatz zu der normalen Notebook- oder Subnotebook-Bauweise lässt sich das Display des Noahpads um ganze 180 Grad drehen. Nun kommt eine weitere Rafinesse zum Einsatz: Die nun auf der Rückseite des Gerätes platzierten Touchpads können weiterhin zur Texteingabe verwendet werden. Eine halbtransparente Bildschirmtastatur ermöglicht es dabei, mit den Fingern auf der Rückseite des Gerätes "blind" zu tippen. Etwas Sorge bereitete uns im Selbsttest auf dem CeBIT-Stand allerdings die Hitzeentwicklung der Geräte - diese wurden im strapaziösen Messe-Dauerbetrieb wesentlich heißer, als von "normalen" Notebooks gewohnt... es handelt sich ja immerhin noch um Prototypen. Eine Massenproduktion der Geräte wird im April 2008 angepeilt, der Verkaufspreis liegt dann bei laut E-Lead bei 360 Euro.Genug vom mobilen Internet, kommen wir zum mobilen Telefonieren. Hier hält die Mobiltelefonsparte von Samsung einige interessante Neuheiten parat. Exklusive CeBIT-Neuheiten gibt es zwar nur zwei, jedoch lohnten auch die bereits zuvor auf dem Branchentreff in Barcelona vorgestellten Geräte einer genaueren Betrachtung. Im Vordergrund stehen bei Samsung innovative Bedienkonzepte, angefangen bei einer rein auf einen Touchscreen gestützten Bedienung (SGH-F490), über ein Klapphandy (SGH-G400), dessen Multimediafunktionen im geschlossenen Zustand via Touchscreen bedienbar sind, aufgeklappt die restlichen Telefoniefunktionen auf herkömmliche Weise mit der Handytastatur bedienbar sind bis hin zum SGH-U900} Nachfolger des "Ballack-Handys", U700, dessen Steuerkreuz mit einem OLED-Display unterlegt ist. Das Display zeigt dabei immer die jeweils gültige Tastenbelegung, abhängig des jeweils aktuellen Programms, an. Neben der CeBIT-Neuheit G400 ist weiterhin das F110 neu bei Samsung. Das auch "micoach" genannte Kooperationsprodukt aus einer Zusammenarbeit mit Adidas kann mit diversen Sensoren Fitnesstrainings begleiten. In der Business-Oberklasse zeigt Samsung das SGH-i780 Smartphone, das mit GPS, WLAN und HSDPA keine Wünsche offenlässt. Smartphonetypisch lässt sich das Windows Mobile 6.0 System via Touchscreen, QWERTZ-Tastatur, oder - neu - Mini-Touchpad bedienen. Dieses ermöglicht es, mittels Fingerberührung eines quadratischen, zentralen Sensors unterhalb des Displays, einen Maus-Cursor zu bedienen. Das ganze ist schon beinahe mit der Bedienung eines Notebooks vergleichbar, vielversprechend und ausbaufähig ist es allemal.Vielversprechend und ausbaufähig ist auch die Produktpalette von General Mobile und seinem deutschen Vertriebspartner HSWcom, einem amerikanischen Handypionier, die auf der CeBIT durch das Konzept eines Armbanduhren-Handys ergänzt wurde: Das GM500 bietet dabei Basisfunktionen wie Telefonieren, SMS und MMS Versand, Musik und Videowiedergabe und ist über ein Touchscreen bedienbar. Zum Telefonieren kann das GM500 entweder ans Ohr gehalten werden, oder es kann praktischerweise das mitgelieferte Bluetooth-Headset bemüht werden. Um noch einmal zum Stichwort ausbaufähig zurückzukommen: Das GM500 ist mit seinem 1,8 Zoll OLED-Display, Metallgehäuse und -armband bei 142g relativ schwer und klobig, der Akku hält gerade mal 2 Stunden Gesprächszeit, bzw. 80 Stunden Standby-Betrieb durch. Das GM500 kommt im zweiten Quartal 2008 für ca. 400 Euro.Gesucht -- gefunden. Und nun? Trotz dem einen oder anderen Produkthighlight wirkte die CeBIT 2008 irgendwie ausgedünnt. Das mag zum einen an den doch stark verkleinerten Standflächen liegen, sofern selbst namhafte Aussteller überhaupt noch mit eigenen Ständen vertreten waren, zum anderen an dem zum "Branchentreff" mutierten Charakter der Messe. Spannende "Top-Trend-Themen" waren rar, der gepushte "Green IT"-Trend mangels Substanz eher Fassade als Trend, und naja, mobiles Internet wurde auch nicht erst zur CeBIT 2008 erfunden. Lichtblick waren immerhin die, zwar auf winzigen Gemeinschaftsständen zusammengepferchten, asiatischen Aussteller (siehe E-Lead). Die sind nämlich neuerdings bemüht, nicht mehr nur schamlose Produktkopien auf den Markt zu werfen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Man darf gespannt sein auf das, was hier in Zukunft noch an Erfrischung in die Branche kommen wird. Auf ein Wieder-Finden zur CeBIT 2009. Bildquellen: Deutsche Messe AG, E-Lead Electronics, Samsung Electronics, HSWcom Nur registrierte User können Kommentare schreiben. Bitte einloggen oder registrieren. Powered by AkoComment 2.0! |