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„And boom...” 6 Monate nach dem Apple Leopard Release PDF Drucken
Geschrieben von Fabian Merz   
05.04.2008

Die Tage von der Wordwide Developers Conference 2007 und Steve Jobs' Keynote zur neuesten Mac OS Version Leopard bis zum offiziellen Shipping im Oktober 2007 schienen nahezu endlos.
Inzwischen hatten Apple-Kunden auf der ganzen Welt fast ein halbes Jahr Zeit, sich mit den neuen, innovativen Tools und Funktionen vertraut zu machen und für sich zu entscheiden, welche der Neuerungen wirklich von bahnbrechendem Charakter sind oder lediglich als "neat little toys", wie man sie auch aus Silicon Valley kennt, Arbeits- und Festplattenspeicher besetzen.

Wenn Sie zurzeit überlegen ob sich ein Upgrade von Tiger auf Leopard lohnt sollte dieser Artikel genügend Informationen bereithalten um diese Entscheidung zu erleichtern. Auch wenn Sie Leopard bereis nutzen haben Sie soeben eine Quelle mit hilfreichen Tipps & Tricks gefunden.

„So, let's get started, there is a lot of great stuff I want to show you...”

Apples neuer Desktop
Nach der problemlosen Installation, die wie gewohnt auf lästige Zwischenfragen verzichtet, sodass man den Computer getrost für eine Weile unbeaufsichtigt lassen kann, fällt als erstes das neue Aussehen des Schreibtisches ins Auge.

Die Menüleiste am oberen Bildschirmrand und das Dock sind jetzt transparent, sodass das Hintergrundbild nicht abgeschnitten sondern über den gesamten Bildschirm sichtbar wird. Außerdem hat das Dock nun ein räumliches, moderneres Aussehen, was jedoch im Bereich der
Benutzerfreundlichkeit im Vergleich zum Vorgänger Tiger keinen Unterschied darstellt.

Eine Neuerung mit tatsächlichen Auswirkungen auf das tägliche Arbeiten mit Leopard hingegen ist die Bereicherung des Docks um einen intelligenten Downloadordner.In diesem Ordner werden automatisch alle Dateien gespeichert, die mit Safari oder Mail aus dem Internet geladen werden. Dadurch wird es spürbar leichter und schneller, einen Download durchzuführen, da das lästige Auswählen eines Speicherortes nur dann erfolgen muss, wenn man die Datei auch wirklich an einem anderen Ort ablegen möchte.
Tipp

Wem der neue 3D Look des Docks nicht gefällt, kann ihn einfach über den Terminal abschalten.

Dazu startet man das Programm Terminal unter Programme, Dienstprogramme, Terminal und gibt den folgenden Befehl ein:

ihr-name:~ john$ defaults write com.apple.dock no-glass -boolean YES
ihr-name:~ john$ killall Dock
ihr-name:~ john$

Möchte man das 3D Outfit wieder einschalten so gibt man anstelle des YES einfach ein NO ein.

Meist entscheidet sich dies aber erst, wenn man die Datei angesehen hat, sodass man sich den neuen Speicherort erst nach dem Ansehen im Downloadordner überlegen muss. Auch entfällt das lästige "Schreibtischaufräumen", da sich die Downloads dort nicht mehr anhäufen.

„Stacks“ nennt sich eine geniale Ordnungsfunktion des neuen Mac OS. Diese Funktion lässt sich für alle Ordner auswählen, die im Dock abgelegt sind. Klickt man auf einen der Ordner, wird dessen Inhalt wie ein Fächer aufgerollt und man bekommt einen Eindruck von seinem Inhalt. Befinden sich relativ viele Dateien im Ordner, so kann man sie sich auch als Gitter oder als Liste anzeigen lassen. Dies ist eine nützliche Erweiterung des Docks, besonders für den Downloadordner, da man ihn nicht einmal öffnen muss um auf den Inhalt zuzugreifen.

Der neue Finder

Der neue Finder unterstützt das intuitive Finden von Dateien durch viele kleine Verbesserungen und Raffinessen. Anstatt von unveränderlichen Dokument-Symbolen wird nun eine Mini-Ansicht des eigentlichen Inhalts gezeigt. Fehlklicks sind dadurch fast ausgeschlossen.
Wem die Mini-Ansicht noch nicht genügt, um eindeutig festzustellen ob es sich tatsächlich um das gesuchte Dokument handelt, kann durch drücken der Leertaste eine Schnellvorschau verwenden, die Apple schlicht  „Übersicht“-Funktion nennt. Das Dokument wird sofort (ohne Laden des Programmes) angezeigt und lässt sich sogar im Vollbildmodus betrachten. PDF Dateien können durchgeblättert und Filme abgespielt werden.

Eine weitere Neuerung des Finders ist die Möglichkeit, die Dateien auch per „Cover Flow“ durchzublättern. Diese Betrachtungsmethode, bei der man die Dateien wie bei einer Jukebox durchblättern kann, ist den Meisten bereits vom iPod bekannt. Was für CD-Cover nützlich und nett anzusehen ist, scheint bei unserem Test allerdings eher unübersichtlich und hinderlich zu sein. Möchte Apple die User an eine neue Bedienungsweise gewöhnen?

Spaces
Von Linux kennt man sie bereits: Virtuelle Desktops. Endlich wird dieses Feature auch bei Apple mitgeliefert. Mit der Tastenkombination Ctrl + Pfeiltaste lässt sich bequem zwischen beliebig vielen virtuellen Schreibtischoberflächen navigieren.

Doch damit nicht genug: Über eine selbstdefinierbare Taste lässt sich eine bildschirmfüllende Übersicht aller Desktops anzeigen, in der es möglich ist, alle Fenster nebeneinander darzustellen, Fenster von einem Schreibtisch auf einen andern zu ziehen und sogar die Reihenfolge der Schreibtische zu verändern. Wahlweise kann man auch ein Icon zur Menüleiste hinzufügen um schnell zwischen den Schreibtischen wechseln zu können.
Zugegeben, zunächst dauert es eine Weile, bis man diese Funktionen auch wirklich verwendet, doch hat man sich daran gewöhnt, stellt das Spaces-Feature eine großartige Arbeitserleichterung dar.

Time Machine
Die Revolution der Datensicherung. Dank „Time Machine“ macht Datensicherung jetzt sogar Spaß, denn noch nie war sie so einfach. Man benötigt eine externe Festplatte und muss nichts weiter tun, als sie mit dem Mac zu verbinden. Der Rest geschieht, wie es Apple auf der Homepage verspricht, tatsächlich von ganz alleine. Die erste Datensicherung dauerte bei einer zu 80% ausgelasteten 80GB Festplatte ca. 4 Stunden. Bei jedem späteren Verbinden der externen Festplatte mit dem Computer werden nur noch die veränderten Dokumente gesichert und die Backupdatei auf den neuesten Stand gebracht. Ein kleines Symbol in der Menüleiste zeigt an, ob die Datensicherung zurzeit läuft.

Soweit so gut - doch gab es bereits Software, die exakt dieses Speicherverfahren verwendete. Die eigentliche Revolution des Datenbackups ist das Programm Time Machine selbst.  Mit einem Klick auf das Symbol in der Menüleiste öffnet sich die Zeitmaschine (mit einem überflüssigen aber eleganten Effekt) und man kann sich durch sämtliche gespeicherten Versionen jedes beliebigen Ordners klicken und Dateien, die versehentlich gelöscht wurden, mit einem Mausklick wiederherstellen.
Die Bedienung ist intuitiv und schnell und bei regelmäßigem Synchronisieren mit der externen Festplatte dauert die Aktualisierung des Backups nur wenige Minuten, wodurch ein ununterbrochenes Arbeiten am Mac möglich ist. Verblüffend ist die Einfachheit des Programms; es ist auf das Wesentliche reduziert und bietet trotzdem mehr Möglichkeiten, komfortabel Datensicherungen durchzuführen, als dies mit Software von Drittanbietern bislang möglich war.

Mail
„Wir treffen uns am 15.06.08...“ Diese oder ähnliche Formulierungen in einer Email bedeuteten bisher, dass man den Kalender öffnen musste um sich den Termin zu notieren. Das überarbeitete Programm „Mail“ erkennt Daten und Uhrzeiten automatisch und sobald man mit dem Mauszeiger darüber fährt, wird man gefragt, ob man den Termin in den Kalender eintragen möchte.

Auch Aufgaben lassen sich aus beliebigen Textelementen schnell und unkompliziert erstellen.  Ein großer Wermutstropfen ist jedoch die Tatsache,
dass sich die Aufgaben und Notizen ohne einen .mac Account nicht mit mobilen Geräten wie dem iPhone oder dem iPod touch synchronisieren lassen und damit für die meisten iPhone und iPod touch-Besitzer nicht mobil zugänglich sind. Hoffentlich wird es für diese Restriktion bald ein Update geben, denn gerade wenn das iPhone als PDA genutzt werden soll ist es problematisch, auf synchronisierte Aufgaben und Notizen verzichten zu müssen.

Gastaccount
Möchten Sie es jemandem ermöglichen, kurz seine eMails an Ihrem Computer abzurufen oder eine Datei von einem Datenträger auszudrucken, ohne dass die Möglichkeit besteht, auf Ihre eigenen Daten zuzugreifen und Manipulationen an Ihrem Computer vorzunehmen? Dafür gibt es bei Leopard nun eine elegante Lösung: In den Systemeinstellungen unter „Benutzer“ ist es möglich, einen Gast-Account zu aktivieren.

Zur Anmeldung unter diesem Gast-Account ist kein Kennwort erforderlich und nach der Abmeldung werden alle Daten, die sich im Benutzerordner dieses Accounts befinden, automatisch gelöscht. Auf die Systemdateien besteht kein Zugriff, die geschützten Ordner der obersten Ebene sind allerdings trotzdem sichtbar. Ob diese Tatsache ein Sicherheitsrisiko bei Diebstahl eines Laptops darstellt, ist unklar; die Möglichkeit einer Sicherheitslücke sollte aber dennoch in Erwägung gezogen werden, bevor der Gast-Account aktiviert wird.

Bootcamp
Früher stand sie nur als Betaversion zum Download zur Verfügung, doch mit Leopard wird die Software „Bootcamp“ direkt mitgeliefert. Mit diesem Programm lassen sich mehrere Betriebssysteme auf einem Computer installieren, so dass man direkt nach dem Einschalten auswählen kann, mit welchem System gestartet werden soll.

Die Konfiguration ist wie gewohnt denkbar einfach und man wird Schritt für Schritt durch einen Partitionierungsvorgang geführt, bis zur Installation des zusätzlichen Betriebssystems. Zu beachten ist, dass eine Bootcamp-Partition als eigener Computer bewertet wird und dadurch beispielsweise eine Registrierung einer Kopie von Windows Vista erforderlich ist.

Abschließend ist zu bemerken, dass es zu keinerlei Kompatibilitätskonflikten zwischen den unter Mac OS Tiger, installierten Programmen und Mac OS Leopard kam.
Mac OS Leopard von Apple ist eine gelungene Weiterentwicklung eines stabilen, fortschrittlichen und grafisch ausgesprochen attraktiven Betriebssystems.

Bildmaterial (Box und Screenshots): Max OS X Leopard, Apple Inc.

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Letzte Aktualisierung ( 19.04.2008 )

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